Staatsanwaltschaft legt Rechtsmittel ein 

Prozess am Amtsgericht Göttingen: Berufung gegen Kinderporno-Urteil 

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Der Eingang zum Amtsgericht Göttingen: Hier wurde der 52-Jährige verurteilt.

Die für Kinderpornografie-Delikte zuständige Staatsanwaltschaft Hannover wird gegen ein kürzlich verhängtes Urteil des Amtsgerichts Göttingen Rechtsmittel einlegen.

Aktualisiert am 19.06.2020 um 17.15 Uhr:

Das hat am Freitag der Sprecher der Strafverfolgungsbehörde, Thomas Klinge, auf Anfrage mitgeteilt. Das Amtsgericht hatte in der vergangenen Woche einen einschlägig vorbestraften 52-jährigen Mann aus Göttingen wegen der Verbreitung und des Besitzes von kinderpornografischen Schriften in 13 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Das Gericht setzte die Strafe zur Bewährung aus. Als Bewährungsauflage muss der Angeklagte nach Angaben eines Justizsprechers 1200 Euro an den Kinderschutzbund zahlen, sich einer Therapie unterziehen und an einem Präventionsprojekt teilnehmen. 

Das Urteil lag deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den Angeklagten, der bereits 2008 wegen Kindesmissbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden war und mehrere Jahre in Haft gesessen hat, eine Freiheitstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten gefordert. Die Berufung hat zur Folge, dass demnächst das Landgericht in einer neuen Verhandlung über den Fall befinden muss.

Erstmeldung vom 16.06.2020 um 18.09 Uhr: Ein wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter Mann aus Göttingen hat sich jetzt erneut vor Gericht verantworten müssen. In dem neuen Verfahren hatte ihn die Staatsanwaltschaft wegen der Verbreitung und des Besitzes von kinderpornografischen Schriften angeklagt. Das Amtsgericht Göttingen verurteilte den 52-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Nach Angaben eines Justizsprechers befand das Gericht den Angeklagten insgesamt 13 Taten für schuldig.

Die angeklagten Taten soll er über einen Zeitraum von zwei Jahren zwischen Juli 2016 und Juli 2018 begangen haben. In sieben Fällen hatte der Angeklagte nach Überzeugung des Gerichts Dateien per Skype an andere Interessenten verschickt. In fünf Fällen soll er solche Bilder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben, indem er entsprechende Dateien auf einer Tauschbörse angeboten und auch heruntergeladene haben soll. Außerdem habe der Angeklagte auf einer Festplatte knapp 4000 Dateien gespeichert.

Das Gericht blieb mit der verhängten Bewährungsstrafe deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den Angeklagten, der bereits 2008 wegen Kindesmissbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden war und mehrere Jahre in Haft gesessen hat, eine Freiheitstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten gefordert.

Das Gericht habe dem 52-Jährigen unter anderem zugutegehalten, dass dieser ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich auch einsichtig gezeigt habe, sagte ein Sprecher.

Als Bewährungsauflage müsse der Angeklagte 1200 Euro an den Kinderschutzbund zahlen, sich einer Therapie unterziehen und an einem Präventionsprojekt teilnehmen. Das Gericht setzte die Bewährungszeit auf vier Jahre fest.  pid

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