Landgericht Göttingen

Drogendeals mit Pleiten, Pech und Pannen

Das Göttinger Gerichtsgebäude am Maschmühlenweg auf einem aktuellen Foto. 
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Das Göttinger Gerichtsgebäude am Maschmühlenweg auf einem aktuellen Foto. 

In einem Rauschgiftprozess gegen einen 50-jährigen Geschäftsmann aus Osterode hat das Landgericht Göttingen am Freitag weitere Zeugen angehört.

Göttingen/Osterode –Die Staatsanwaltschaft Göttingen wirft dem aus dem Kosovo stammenden Angeklagten unerlaubtes Handeltreiben sowie die unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor.

Anfang 2018 soll der 50-Jährige laut Staatsanwaltschaft 100 Kilo Marihuana erworben haben. Als die Lieferung eingetroffen war, habe er festgestellt, dass das Marihuana bei dem Transport nass geworden sei. Der Angeklagte habe das angelieferte Rauschgift deshalb nicht bezahlt. Später soll er damit jedoch weitere Geschäfte gemacht und einen Großteil der Drogen anderen Personen überlassen haben, die es dann weiterverkaufen wollten.

50 Kilo Marihuana

Die Abnehmer sollen in Osterode zunächst etwa 50 Kilo Marihuana entgegengenommen und nach Wismar gebracht haben. Dabei soll ein 35-jähriger Mann aus Wismar als Fahrer fungiert haben. Dieser war allerdings, wie er am Freitag vor Gericht erklärte, nicht in das Vorhaben eingeweiht gewesen. Ein Bekannter habe ihn gefragt, ob er mit seinem Auto einige Sachen abholen könnte, berichtete der Zeuge. Neben dem Bekannten seien noch zwei weitere Männer mitgefahren. Als sie am Zielort ankamen, sei nach etwa zwei Stunden ein schwarzes Auto vorgefahren, dem er folgen sollte.

Ende in einer Garage

Die Fahrt endete an einer Garage, in der ein mit diversen Kartons und Tüten beladener Anhänger stand. Der Zeuge sagte: „Ich hab‘ etwas gerochen, was mir nicht gefiel.“ Er habe vermutet, dass es Drogen waren. „Das kommt bei dir ins Auto“, habe einer der mit Sonnenbrille und Käppi ausgestatteten Männer gesagt, die an der Garage standen. Da er mit Drogen nichts zu tun haben wollte, sei er mit seinem Bekannten davongefahren. Der Bekannte habe ihm versichert, „von der ganzen Geschichte nichts gewusst“ zu haben.

Per Fernbus nach Wismar

Damit standen die beiden anderen – bereits wegen Drogen verurteilten – Männer, die auf der Rückfahrt die Drogen im Kofferraum hatten mitnehmen wollen, ohne Auto da. Einer der beiden hatte bereits zu Prozessbeginn als Zeuge ausgesagt. Auch er gab an, dass der Fahrer nicht in ihre Pläne eingeweiht gewesen und „abgehauen“ sei. Daraufhin hätten sie die Drogen in Reisekoffern verstaut und seien mit dem Flixbus zurück nach Wismar gefahren.

Schon 2019 verhaftet

Der 50-jährige Angeklagte war erstmals im August 2019 in Osterode verhaftet worden. Damals hatten Drogenfahnder in einer Garage in einem Ortsteil von Bad Grund 1,4 Kilo Marihuana sichergestellt. Anfang Oktober wurde der Haftbefehl wieder aufgehoben. Rund zehn Tage später kam er jedoch wegen des Verdachts auf weitere mutmaßliche Rauschgiftdelikte erneut in Untersuchungshaft. 

Von Heidi Niemann

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