Göttingen

Prozess um Tod von Radlerin: Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe

Der Eingang zum Landgericht Göttingen.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort soll am Montag das Urteil fallen. (Archivfoto)

In dem Prozess um den Tod einer 58-jährigen Radfahrerin aus Bad Lauterberg soll am Montag (20.12.2021) am Landgericht Göttingen das Urteil verkündet werden.

Göttingen/Bad Lauterberg – Im Prozess um den Tod einer 58-jährigen Radfahrerin aus Bad Lauterberg haben am Freitag die Verfahrensbeteiligten vor dem Landgericht Göttingen ihre Plädoyers gehalten. Am heutigen Montag soll das Urteil verkündet werden.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat die Beweisaufnahme ergeben, dass sich die Angeklagte der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Gefährdung des Straßenverkehrs schuldig gemacht hat. Sie beantragte für die 47-Jährige eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Die Angeklagte sollte zudem eine Geldauflage von 3.000 Euro zahlen. Die Verteidigung plädierte ebenfalls auf eine Bewährungsstrafe, die allerdings niedriger ausfallen sollte.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft die 47-Jährige wegen Totschlags angeklagt. Sie warf der Angeklagten vor, im Januar 2018 in Bad Lauterberg beim Einparken „sehenden Auges“ eine 58-jährige Nachbarin mit dem Auto erfasst und danach mehrfach überrollt zu haben.

Todesursache war laut dem Gutachten eines Rechtsmediziners eine beidseitige Lungenentzündung, die kausal auf das Anfangstrauma bei dem Unfall im Januar 2018 zurückzuführen sei. Zu der damaligen Lungenprellung sei es gekommen, als die Radfahrerin von dem Pkw überrollt und eingeklemmt wurde.

Die Verletzungen seien lebensgefährlich gewesen und hätten dazu geführt, dass alle vier Extremitäten gelähmt gewesen seien. Die 58-Jährige sei zum Pflegefall geworden.

Der Verteidiger verwies darauf, dass kein zielgerichtetes Handeln vorgelegen habe. Seine Mandantin habe ihre Nachbarin nicht überfahren wollen, sie habe die Radfahrerin einfach nicht gesehen.

Die Angeklagte selbst nutzte ihr Schlusswort zu einem ausschweifenden Plädoyer in eigener Sache. Der tragische Unfall tue ihr leid, erklärte sie. Sie könne sich den Hergang nicht erklären. Der Unfall sei aber nicht allein ihre Schuld. (Heidi Niemann)

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