Verhandlungsauftakt

Prozess: Duo wegen räuberischer Erpressung in Göttingen vor Gericht

Das Landgericht Göttingen: Dort wurde der 45-Jährige verurteilt.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort wird gegen die beiden Angeklagten verhandelt. (Symbolbild)

Fast auf den Tag genau fünf Jahre nach einem mutmaßlichen gewalttätigen Abzocke-Versuch müssen sich zwei jetzt 23 und 27 Jahre alte Angeklagte vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Göttingen – Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung vor. In dem Verfahren ist auch noch ein dritter mutmaßlicher Tatbeteiligter angeklagt. Das Gericht hatte dessen Verfahren jedoch kürzlich aus Krankheitsgründen abgetrennt, so dass gegen ihn in einem gesonderten Prozess verhandelt wird.

Da die in Göttingen lebenden Angeklagten zur Tatzeit teilweise noch Heranwachsende waren, findet die Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht statt. Laut Anklage sollen sie Anfang November 2016 nachts einen heute 23 Jahre alten Zeugen abgepasst haben, als dieser vor seinem Wohnhaus in einem Ortsteil von Göttingen aus einem Taxi stieg. Sie hätten ihn aufgefordert, sich zu ihnen ins Auto zu setzen. Dort soll ihm einer der Angeklagten eine Glasflasche an den Kopf gehalten und ihn aufgefordert haben: „Gib alles, was du hast!“ Sie seien dann mit ihm zu einem Schulgelände gefahren. Dort hätten sie ihn aus dem Auto gezerrt, auf ihn eingeschlagen und dessen Jacke durchsucht.

Der 23-Jährige habe laut um Hilfe geschrien. Der Hausmeister der Schule habe dies gehört, das Fenster geöffnet und gerufen, dass er die Polizei alarmieren werde. Der 27-Jährige habe dann die Glasflasche gegen den Kopf des 23-Jährigen geschlagen. Anschließend hätten sich alle drei Angeklagte entfernt. Später hätten sie dem 23-Jährigen in Anrufen gedroht, ihn umzubringen, falls er die Polizei verständige.

Der Prozessauftakt am Dienstag gestaltete sich ausgesprochen holprig. Die Verhandlung konnte erst mit mehr als einstündiger Verspätung beginnen, weil der 23-jährige Angeklagte nicht erschienen war. Da auch seine Verteidigerin keinerlei Informationen über seinen Aufenthaltsort hatte, ordnete der Vorsitzende Richter an, ihn polizeilich vorführen zu lassen.

Nachdem er schließlich eingetroffen war und die inzwischen mehr als vier Jahre alte Anklage verlesen werden konnte, gab es eine Verhandlungspause, damit seine vom Gericht beigeordnete Verteidigerin mit ihm das weitere Vorgehen besprechen konnte. (Heidi Niemann)

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