Prozess um Eifersuchtsmord: Angeklagte wollte Ex-Freund zurück

Prozess: Die 28-jährige Angeklagte muss sich wegen Mordes vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Das Foto entstand beim Prozessauftakt Ende April. Archivfoto: Jelinek

Göttingen. Im Prozess um den Mord an einer chinesischen Studentin haben am Freitag zwei Zeuginnen aus dem gemeinsamen Bekanntenkreis des Opfers und der 28-jährigen Angeklagten vor dem Landgericht Göttingen ausgesagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 28-Jährigen vor, Ende Oktober 2015 eine 24-jährige Mitstudentin in deren Appartement durch mehrere Stiche mit einem Küchenmesser getötet zu haben. Motiv sei Eifersucht gewesen. Sie habe es nicht ertragen, dass ihr Freund, mit dem sie mehrere Jahre lang liiert gewesen war, sich von ihr getrennt hatte und eine Beziehung mit der 24-Jährigen eingegangen war.

Nach Angaben der beiden Zeuginnen, die ebenfalls aus China stammen, hatte die Angeklagte ihnen vor der Tat erzählt, dass ihr Ex-Freund sie geschlagen habe. Sie habe ihnen auch dunkle Hautverfärbungen am Arm gezeigt. Obwohl er ihr angeblich Gewalt angetan hatte, habe die 28-Jährige ihren Freund unbedingt zurückgewinnen wollen, sagte eine Zeugin. Sie habe dies nicht verstanden und ihr von einer weiteren Beziehung abgeraten.

Der Ex-Freund der Angeklagten hatte bei einem früheren Prozesstermin als Zeuge ausgesagt, dass die 28-Jährige nach der Trennung einen Suizidversuch unternommen habe. Er habe sie damals aufgefunden und wiederbelebt.

Nach Angaben einer 27-jährigen Mitstudentin war die Angeklagte zwei Wochen vor der Tat zu ihr gekommen und hatte stundenlang geweint. Sie habe auch den Wunsch geäußert, dass sie und eine weitere Freundin schlecht über die 24-Jährige reden sollten. Dies habe sie abgelehnt, sagte die Zeugin.

Zuletzt habe sie die Angeklagte am Nachmittag vor der Tat getroffen. Sie habe ganz normal gewirkt und gesagt, dass sie nun alles akzeptiere. Am nächsten Vormittag soll sie die 24-Jährige in deren Wohnung mit einem mitgebrachten Küchenmesser getötet haben.

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