Prozess um Eifersuchtsmord: Gutachter schließt psychische Störung aus

Prozess: Die 28-jährige Angeklagte muss sich wegen Mordes vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Das Foto entstand beim Prozessauftakt Ende April. Archivfoto: Jelinek

Göttingen. Im Prozess um den Mord an einer chinesischen Studentin hat das Landgericht Göttingen am Freitag zwei Sachverständige angehört.

In dem psychiatrischen Gutachten ging es insbesondere um die Frage einer möglichen Schuldunfähigkeit der Angeklagten. Eine psychische Störung, die eine Unterbringung in der Psychiatrie erfordern könnte, liege nicht vor, sagte der Sachverständige Dr. Helge Laubinger. Ob die 28-Jährige zur Tatzeit an einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung litt, könne er nicht abschließend bewerten, da zu wenig über den Ablauf der Tat bekannt sei. Ihr Verhalten vor der Tat spreche allerdings eher dagegen, dass die Angeklagte in ihrer Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt gewesen sein könnte.

Da sich die 28-Jährige einer Untersuchung verweigert hatte, sei es ihm nicht möglich, sich in die Welt der Angeklagten einzufühlen, sagte der Facharzt. Er könne sich daher lediglich auf die Eindrücke stützen, die er in dem Prozess gewonnen habe. Nach Einschätzung des Gutachters hat die Angeklagte möglicherweise als Folge der Trennung von ihrem langjährigen Partner an einer Anpassungsstörung gelitten. Im vergangenen September hatte sich ihr ebenfalls aus China stammender Freund, mit dem sie sieben Jahre lang liiert gewesen war, einen Tag vor ihrem Geburtstag von ihr getrennt. Fünf Wochen später soll sie dessen neue Freundin in deren Wohnung durch mehrere Stiche mit einem Küchenmesser getötet haben. Die Anklage wirft ihr vor, die 24-jährige Studentin aus Eifersucht mit einem mitgebrachten Küchenmesser ermordet zu haben.

Stichverletzungen

Der Göttinger Rechtsmediziner Lars Ormandy hatte damals den Leichnam untersucht, der diverse Stichverletzungen aufwies. Seine Untersuchungen zufolge war der Tod zwischen 7.50 morgens und 13.20 Uhr mittags eingetreten. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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