Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Vorbestrafter Sexualstraftäter erneut vor Gericht: Mann wollte zwei Jungen ins Auto zerren

Ein 38-jähriger Mann aus Northeim wird erneut angeklagt. Er soll versucht haben zwei Jungen zu entführen. (Symbolbild)
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Ein 38-jähriger Mann aus Northeim wird erneut angeklagt. Er soll versucht haben zwei Jungen zu entführen. (Symbolbild)

Ein einschlägig vorbestrafter Sexualstraftäter aus Northeim muss sich erneut vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Er wollte zwei Jungen entführen.

Northeim/Göttingen – Der 38-Jährige soll im Sommer 2020 zweimal versucht haben, ein Kind in seine Gewalt zu bringen. Nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen. Das Gericht begründete dies damit, dass einem vorläufigen forensisch-psychiatrischen Gutachten zufolge auch die Unterbringung des Angeklagten in der Psychiatrie in Betracht komme. Erst zur Urteilsverkündung wird die Öffentlichkeit zulassen.

Laut Anklage soll der 38-Jährige Ende August 2020 gegen 14.15 Uhr in der Hindenburgstraße in Northeim sein Auto neben einem elfjährigen Jungen angehalten haben. Der Mann sei dann ausgestiegen, habe den Kofferraum geöffnet, den Jungen am Arm gepackt und ihn aufgefordert, mitzukommen. Als der Junge dies ablehnte, habe er ihn in Richtung des Kofferraums gezogen. Der Elfjährige habe sich energisch gewehrt. Als sich ein anderer Pkw näherte, habe er sich aus dem Griff lösen können und sei zum Haus seiner Großeltern gerannt.

Northeim: Mutmaßlicher Täter führte zwei Messer mit sich

Vier Tage später soll der 38-Jährige morgens in der Wilhelmstraße einen achtjährigen Jungen angesprochen haben. Er habe diesen aufgefordert mitzukommen, ihn gepackt und zu dem schon geöffneten Kofferraum gezerrt. Der Junge habe dann dort auf dem Rücken liegend laut um Hilfe geschrien und dem Mann einen kräftigen Tritt in den Bauch verpasst. Der Achtjährige habe anschließend flüchten können. Der Angeklagte habe in beiden Fällen in seinem Auto zwei Messer mit sich geführt.

Da der Achtjährige Täter und Auto recht genau beschreiben konnte, wusste die Polizei, wonach sie suchen musste. Wenige Stunden später wurden Beamte auf einen Mann aufmerksam, der am Ortsrand von Northeim in einem Pkw saß und telefonierte. Eine Abfrage im polizeilichen Auskunftssystem ergab, dass der Halter des Fahrzeugs einschlägig vorbestraft war. Da auch die Täterbeschreibung des Jungen zu dem Insassen passte, nahmen die Beamten ihn in Gewahrsam.

Mutmaßlicher Täter bereits wegen sexuellem Missbrauch verurteilt

Der 38-Jährige war erst zwei Jahre zuvor vom Landgericht Göttingen wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Tateinheit mit Vergewaltigung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der Angeklagte hatte im April 2017 einen zehnjährigen Jungen auf dem Dachboden des PS-Speichers in Einbeck, wo er für einen Sicherheitsdienst als Wachmann tätig war, eingesperrt und missbraucht. Die Jugendkammer hatte die Strafaussetzung zur Bewährung damals damit begründet, dass der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und Reue gezeigt habe.

Nach den beiden neuen Vorfällen kam der 38-Jährige in Untersuchungshaft. Danach widerrief das Amtsgericht Northeim auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Bewährung. Seitdem sitzt der Mann in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Haft. (Heidi Niemann)

Im Sommer ist die Polizei in ganz Hessen gegen sexuelle Gewalt an Kindern vorgegangen. Die Ermittler stellten rund 1000 Daten sicher.

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