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Cannabis-Plantage mitten in der Göttinger City: 64-Jähriger steht vor Gericht

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Von: Heidi Niemann

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Blick in eine Cannabis-Plantage: Ein Göttinger soll mehr als 1500 Pflanzen angebaut haben.
Blick in eine Cannabis-Plantage: Ein Göttinger soll mehr als 1500 Pflanzen angebaut haben. (Symbolbild) © Philipp Schulze/dpa

Ein 64-jähriger Mann aus Göttingen muss sich seit Mittwoch wegen verschiedener Drogendelikte vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Göttingen – Der Angeklagte soll in einer Drei-Zimmer-Wohnung in der Göttinger Innenstadt eine hochprofessionelle Cannabis-Plantage betrieben haben, in der mehr als 1500 Pflanzen in fünf unterschiedlichen Wachstumsphasen angebaut wurden. Die Pflanzen hätten sich in sämtlichen Wohnräumen befunden, mit Ausnahme des Badezimmers, heißt es in der Anklage. Fernervvhabe der 64-Jährige in der Wohnung 1500 Gramm abgeerntetes Marihuana verwahrt, das aus einer weiteren Anbauphase stamme.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten außerdem vor, im September 2021 einem Zeugen zwei Beutel mit je 60 Gramm Marihuana gebracht zu haben. Dabei habe er ein Klappmesser mit einer elf Zentimeter langen Klinge mit sich geführt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 64-Jährige die Drogen gewinnbringend verkaufen wollte. Sie hat ihn deshalb wegen unerlaubtes Handeltreibens in nicht geringer Menge in fünf Fällen angeklagt, dabei in einem Fall mit Waffen. Der Angeklagte habe durch den Verkauf von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge knapp 4200 Euro erlangt, dieser Betrag sollte eingezogen werden.

Cannabis-Plantage mitten in Göttingen - Mann gibt Anbau zu

Zum Prozessauftakt gab der Verteidiger Karl-Heinz Mügge eine Erklärung für seinen Mandanten ab. Der 64-Jährige räumt demnach ein, die Indoor-Plantage betrieben zu haben. Der Angeklagte wurde damals festgenommen und sitzt seit nunmehr fünf Monaten in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf Untersuchungshaft.

Der 64-Jährige ist nach eigenen Angaben sehr unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten nachgegangen. So habe er unter anderem als Croupier in einer Spielbank und als Taxifahrer gearbeitet. Eine Zeitlang habe er auch Romane und Erzählungen geschrieben. Zuletzt habe er ein Antiquariat betrieben, das er 2017 verkauft habe. Seitdem sei er arbeitslos.

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Auf die Idee mit der Cannabis-Plantage sei er nach einem Bandscheibenvorfall gekommen. Er habe nach einer Operation im Frühjahr 2019 unter chronischen Schmerzen gelitten, gab der Angeklagte in seiner Einlassung an. Dies habe einen „dramatischen Anstieg“ seines Cannabiskonsums zur Folge gehabt. Er habe die Plantage eingerichtet, um sich selbst mit Cannabis versorgen zu können. Das Gericht hat für den Prozess zunächst Termine bis Mitte März angesetzt. (Heidi Niemann)

Erst im vergangenen Herbst gelang Polizei und Staatsanwaltschaft ein Schlag gegen den Drogenhandel.

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