Schaden von 45.000 Euro

Prozess in Göttingen: Rechnete Geschäftsführer Krankenfahrten falsch ab?

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Prozessbeginn: Vor dem Landgericht Göttingen wird seit Freitag gegen einen 63-Jährigen verhandelt. 

Göttingen. Weil er Krankentransportfahrten falsch abgerechnet haben soll, muss sich seit Freitag ein früherer Geschäftsführer eines Krankentransportunternehmens vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 63-Jährigen gewerbsmäßigen Betrug in rund 150 Fällen vor. Der Angeklagte war bis zum Jahr 2011 alleiniger Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter der im Landkreis Göttingen ansässigen GmbH gewesen. Laut Anklage soll er im Jahr 2010 zahlreiche Patiententransporte bei verschiedenen Krankenkassen falsch abgerechnet haben.

Hoher Schaden

Unter anderem sollen auf seine Anweisung hin Sammeltransporte von Patienten fälschlicherweise als Einzeltransporte abgerechnet worden sein. Durch die überhöhten Rechnungen soll den Krankenkassen ein Schaden von rund 45.000 Euro entstanden sein. Der Angeklagte habe auf diese Weise seine Einnahmen steigern wollen.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft mehr als 400 Betrugsfälle mit einem Gesamtschaden von 120.000 Euro angeklagt. Ein Großteil der Anklagen wurde im Vorfeld eingestellt. Vor Beginn der Verhandlung hatten die Prozessbeteiligten außerdem Möglichkeiten einer Verständigung ausgelotet.

Die Kammer stellte jetzt für den Fall eines Geständnisses eine Strafe von mindestens einem Jahr und höchstens 22 Monaten in Aussicht. Die Strafe sollte zur Bewährung ausgesetzt werden. Als Bewährungsauflage sollte der Angeklagte 2000 Euro zahlen. Sollte der 63-Jährige sich darauf einlassen und ein umfassendes Geständnis ablegen, könnte der Prozess möglicherweise noch in diesem Monat zu Ende gehen. (pid)

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