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Prozess in Göttingen um Übergriffe: Zeuginnen belasten Uni-Professor

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Von: Heidi Niemann

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Zu sehen ist der Eingang:Amtsgericht und Landgericht Göttingen am Maschmühlenweg.
Eingang: Amtsgericht und Landgericht Göttingen am Maschmühlenweg. Ein Prozess gegen einen 57-jährigen Professor läuft dort. (Symbolbild) © Thomas Kopietz

Im Prozess gegen einen wegen zahlreicher körperlicher und sexueller Übergriffe angeklagten Professor der Universität Göttingen haben drei weitere Zeuginnen ausgesagt, die damals an dem Institut tätig waren.

Göttingen – Ihren Schilderungen zufolge soll der 57-Jährige ein ausgesprochen distanzloses und teilweise auch übergriffiges und willkürliches Verhalten an den Tag gelegt haben. Den von seiner Seite gepflegten privaten Umgang hätten sie als merkwürdig und auch als unangenehm empfunden. Auch in fachlicher Hinsicht fühlten sie sich nicht gut betreut.

So sei der frühere Institutsleiter bei Besprechungen mit Doktorandinnen kaum auf die Inhalte ihrer Arbeiten eingegangen, sondern immer im Privaten gelandet, sagte eine Zeugin.

Eine Wissenschaftlerin berichtete, dass der Professor ständig widersprüchliche Änderungswünsche geäußert habe, so dass sie dauernd ihre Einleitung habe umschreiben müssen. Er habe auch immer wieder zusätzliche Dinge gefordert, die nicht abgesprochen gewesen seien: „Er wollte immer was anderes.“ Dadurch habe sich die Arbeit in die Länge gezogen. Auch eine andere Zeugin berichtete, dass die Doktorandinnen stets lange gebraucht hätten: „Er hat sie immer hingehalten; es gab nie Gespräche, die zielführend waren.“

Der Professor muss sich vor dem Landgericht in dem seit vier Wochen laufenden Prozess wegen insgesamt 21 Straftaten verantworten. (Heidi Niemann)

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