Prozess um tödliche Attacke: Angeklagter fiel durch Aggression auf

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wird über die tödliche Messerattacke in der Uni-Stadt verhandelt.

Göttingen. Im Prozess um eine tödliche Messerattacke vor einem Lokal in der Göttinger Innenstadt haben zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes als Zeugen ausgesagt.

Die Wachmänner waren häufiger in einer Flüchtlingsunterkunft eingesetzt, in der auch der 23-jährige Hauptangeklagte zeitweilig gewohnt hatte. Ihren Schilderungen zufolge hatte sich der 23-Jährige mehrfach in betrunkenem Zustand derart aggressiv verhalten, dass sie die Polizei rufen mussten. Unter anderem soll er zweimal mit einem Küchenmesser auf einen Wachmann losgegangen sein. Einmal habe er Pfefferspray gegen den 23-Jährigen einsetzen müssen, sagte der Zeuge.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten vor, im vergangenen Juli einem 34-jährigen Marokkaner im Verlauf eines Streits mit einem Küchenmesser in die Brust gestochen zu haben. Der 31-jährige Mitangeklagte habe währenddessen die Arme des 34-Jährigen auf dem Rücken festgehalten. Der Marokkaner erlitt einen 15 Zentimeter tiefen Stich ins Herz. Er wurde im Göttinger Uni-Klinikum notoperiert, wo er wenig später seinen schweren Verletzungen erlag. Beide Angeklagte müssen sich in dem Prozess wegen Totschlags verantworten.

Eigentlich ist in der Göttinger Flüchtlingsunterkunft Alkohol verboten. Der Hauptangeklagte habe sich jedoch nicht an dieses Verbot gehalten, sagten die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma. In seinem Zimmer hätten sich ständig Bier- und Wodkaflaschen befunden. In nüchternem Zustand sei er ein lieber Mensch, meinte ein Wachmann. In alkoholisiertem Zustand sei der 23-Jährige jedoch hoch aggressiv gewesen. Vor allem wenn sein Kollege ihn auf die Regeln hingewiesen habe, sei er total ausgerastet und habe herumgeschrien.

Aufgrund der wiederholten Zwischenfälle habe der Angeklagte dann Hausverbot bekommen und sei in einen Wohnkomplex im Stadtteil Grone umgezogen. Auch nach dem Hausverbot sei er jedoch wieder in der Unterkunft aufgetaucht.

Psychische Probleme

Einem Wachmann fiel auf, dass der 23-Jährige offenbar psychische Probleme hatte. Man habe gemerkt, dass in seinem Kopf etwas nicht stimme, sagte er. Der Angeklagte habe mehrfach geäußert, dass er immer bestraft würde und Gott ungerecht sei. (pid)

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