Urteil erst nächstes Jahr zu erwarten

Prozess um Transplantationsskandal: Noch kein Ende in Sicht

Göttingen. Der seit August 2013 laufende Prozess um den Transplantationsskandal in der Göttinger Universitätsmedizin (UMG) wird sich noch bis ins nächste Jahr hinziehen. Das sagte am Donnerstag eine Sprecherin des Landgerichts Göttingen.

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Der Vorsitzende Richter habe kürzlich in der Verhandlung darauf hingewiesen, dass frühestens im Januar 2015 mit den Plädoyers begonnen werden könne. Ob das Gericht dann tatsächlich in dem Monat die Beweisaufnahme abschließen kann, ist allerdings noch ungewiss, da sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung noch weitere Beweisanträge stellen können. In dem Prozess muss sich der frühere Leiter der Transplantationschirurgie am Göttinger Universitätsklinikum wegen versuchten Totschlages in elf Fällen und vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mediziner vor, durch Datenmanipulationen Patienten zu einer Spenderleber verholfen zu haben, die nach den geltenden Richtlinien keinen Anspruch auf ein Organ gehabt hätten. Damit habe er in Kauf genommen, dass andere Patienten, die wegen der Falschangaben auf der Warteliste von Eurotransplant nach hinten rutschten, möglicherweise verstarben.

Außerdem soll er drei Patienten eine Leber eingepflanzt haben, obwohl eine Transplantation medizinisch nicht angezeigt gewesen sei. Die betroffenen Patienten waren später an Komplikationen verstorben. (pid)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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