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Angeblicher Autodiebstahl: Ex-Polizist wegen Vortäuschen einer Straftat verurteilt

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Von: Heidi Niemann

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Das Gebäude des Amtsgerichts Duderstadt.
Das Amtsgericht Duderstadt: Dort war der 44-Jährige in erster Instanz verurteilt worden. Das Landgericht verwarf jetzt die Berufung. (Archivbild) © Heidi Niemann

Ein ehemaliger Polizeibeamter ist wegen Vortäuschens einer Straftat verurteilt wurden. Der Mann ist vor Gericht kein Unbekannter.

Göttingen/Duderstadt – Ein früherer Polizist aus Duderstadt, der bereits wegen Betruges und anderer Delikte rechtskräftig zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt ist, hat jetzt noch zwei Monate „draufbekommen“.

Der 44-Jährige hatte vor dem Landgericht Göttingen Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Duderstadt eingelegt. Das Amtsgericht hatte ihn im Juli 2020 wegen Vortäuschens einer Straftat zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er fälschlicherweise gegenüber der Polizei einen Autodiebstahl angezeigt habe.

Der Angeklagte wollte das erstinstanzliche Urteil nicht akzeptieren und legte dagegen Rechtsmittel ein, allerdings ohne Erfolg: Das Landgericht verwarf jetzt seine Berufung und bildete unter Einbeziehung der ersten Bewährungsstrafe vom April 2021 eine neue Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Bewährungsauflage soll der Angeklagte unter anderem 300 Euro an das Kinder- und Jugendhospiz „Sternenlichter“ zahlen.

Schon in dem ersten Verfahren war es hauptsächlich um Betrugsdelikte im Zusammenhang mit Autos gegangen. Auch damals hatte der Angeklagte vergeblich gegen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Duderstadt Berufung eingelegt. Das Landgericht Göttingen hielt die Mehrzahl der Anklagepunkte für erwiesen und verurteilte den ehemaligen Polizisten wegen Betruges, versuchten Betruges, zweifacher Urkundenfälschung sowie wegen Diebstahls in Tateinheit mit Versicherungsmissbrauch.

Die Kammer sah es unter anderem als erwiesen an, dass der Angeklagte im Jahr 2012 versucht hatte, durch einen vorgetäuschten Pkw-Diebstahl Geld von der Versicherung zu erlangen. Tatsächlich habe der Angeklagte das als gestohlen gemeldete Auto verschwinden lassen. Als sich herausstellte, dass die Versicherung nicht zahlen würde, sei das Auto wieder aufgetaucht. Er habe damals schon bei Abschluss des Versicherungsvertrages falsche Angaben gemacht und später immer neue Geschichten erfunden.

Nach Überzeugung der Richter war der 44-Jährige auch zweimal an Manipulationen beteiligt gewesen. In einem Fall war aus einem Schrottauto die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) herausgefräst und in einen als gestohlen gemeldeten Pkw eingeschweißt worden. Der Angeklagte habe dann auch ein solches Auto an ein Ehepaar verkauft, ohne die Käufer auf die Manipulation hinzuweisen.

Der Ex-Polizist hatte alle Vorwürfe vehement bestritten und behauptet, dass einige Personen aus seinem Umfeld ein Komplott gegen ihn geschmiedet und ihm belastende Indizien „untergeschoben“ hätten. Das Gericht hielt diese „Verschwörungskiste“ jedoch für völlig unglaubhaft.

Mit seinem Urteil entsprach das Landgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert. (pid)

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