Trio vor Gericht

Prozess um Diebesgut aus Göttingen im Internet

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Dort müssen sich drei Männer verantworten. Es geht um Diebesgut aus Südniedersach sen, das im Internet angeboten wurde.

Hochwertige Uhren, teure E-Bikes, Laptops und Tablets – all dies wurde Anfang 2019 auf einem rumänischen Internet-Portal zum Verkauf angeboten.  Noch bevor die Gegenstände einen neuen Besitzer fanden, setzte allerdings die Polizei den Vertriebsaktivitäten ein Ende.

Die in den Kleinanzeigen angebotenen Gegenstände waren allesamt Diebesgut, das aus Wohnungseinbrüchen und Diebstählen in Göttingen und Umgebung stammte. Wegen dieser Einbruchsserie müssen sich derzeit drei Männer vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Der Prozess läuft bereits seit Juli vergangenen Jahres und wird auch in der Corona-Krise fortgesetzt. Jetzt berichteten zwei Polizeibeamte über die damaligen Ermittlungen.

Ursprünglich hatte das Gericht auch gegen einen vierten Angeklagten verhandelt. Dieses Verfahren wurde allerdings zwischenzeitlich abgetrennt. Der 38-Jährige ist inzwischen außerdem wegen eines Tötungsdelikts angeklagt. Er soll bei der mehrmonatigen Einbruchsserie gemeinsam mit einem bislang nicht ermittelten Mittäter im September 2018 einen 87-jährigen Rentner in dessen Wohnung in Göttingen überfallen und ausgeraubt haben. Der Rentner wurde dabei so schwer verletzt, dass er zehn Tage später in einem Krankenhaus an den Folgen verstarb. Die Staatsanwaltschaft Göttingen wirft dem 38-Jährigen deshalb neben diversen Wohnungseinbrüchen und Diebstählen auch noch gemeinschaftlichen Raub mit Todesfolge vor.

Insgesamt sollen die aus Rumänien und dem Kosovo stammenden Angeklagten 19 Einbrüche begangen haben. Nachdem es im Januar 2019 in Göttingen einen weiteren Überfall auf eine 84-jährige Rentnerin gegeben hatte, ließ die Polizei im Rahmen ihrer Ermittlungen die Telefone mehrerer Tatverdächtiger überwachen. Aus den Gesprächen habe sich ergeben, dass Diebesgut nach Rumänien verbracht werden sollte, berichtete am Montag der damalige federführende Ermittler.

Anfang Februar bekamen die Fahnder per Observation mit, dass in der Tiefgarage eines Wohnkomplexes in der Groner Landstraße ein Kleintransporter beladen wurde. Als sie kurz darauf das Fahrzeug in Rosdorf stoppten, fanden sie auf der Ladefläche zahlreiche hochwertige Mountainbikes und Elektrofahrräder. Der Fahrer habe damals erklärt, dass er die Räder, die allesamt gestohlen waren, nach Rumänien habe transportieren sollen, berichtete der Polizist. An den Diebstählen sei er nicht beteiligt gewesen, und den 38-Jährigen kenne er angeblich gar nicht. Der Prozess wird fortgesetzt.  pid

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