Göttingen: Prozess um Gewaltattacke im Bordell

25-Jähriger soll Prostituierte misshandelt und vergewaltigt haben

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier muss sich der 25-Jährige verantworten.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier muss sich der 25-Jährige verantworten.

Weil er eine Frau in einem Göttinger Bordell vergewaltigt und misshandelt haben soll, muss sich ein 25-jähriger Mann vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Göttingen – Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung vor. Der aus der Türkei stammende Göttinger soll im Februar 2018 eine slowakische Prostituierte geschlagen, gewürgt und vergewaltigt haben. Die Frau erlitt dadurch unter anderem ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, Prellungen der Wirbelsäule, diverse Hämatome und ein Würgetrauma am Hals.

Die angeklagte Tat liegt bereits mehr als zwei Jahre zurück. Der Anklage zufolge hatte der 25-Jährige im Februar 2018 gegen 3 Uhr nachts als Freier ein Bordell nördlich der Göttinger Innenstadt aufgesucht. Im Empfangsbereich wurden ihm mehrere Frauen vorgestellt, mit einer von ihnen ging er dann auf ein Zimmer. Dort soll es zunächst zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen sein. Als die Frau anschließend ins Bad ging, sei er ihr gefolgt und habe ihr eine Ohrfeige verpasst, so dass sie zu Boden ging. Er habe sie dann an den Haaren hochgezogen, insgesamt dreimal ihren Kopf gegen den gefliesten Fußboden geschlagen und ihr noch mehrere weitere Ohrfeigen verpasst. Anschließend habe er sie mehrfach auf unterschiedliche Art vergewaltigt, dabei habe er sie zeitweise in den Schwitzkasten genommen und gewürgt. Als die Prostituierte in einem günstigen Moment zu fliehen versuchte, habe sie festgestellt, dass die Tür abgeschlossen war.

Die Prostituierte war am Folgetag mit ihrer Arbeitgeberin zur Polizei gegangen und hatte den Vorfall angezeigt. Die Frau sei bei ihrer Vernehmung emotional aufgewühlt gewesen und habe zwischendrin geweint, berichtete eine als Zeugin geladene Polizistin, die damals bei der Vernehmung dabei gewesen war.

Da der Angeklagte auch schon früher in dem Bordell gewesen war und in einem gegenüberliegenden Laden arbeitete, konnte die Prostituierte bei der Polizei den mutmaßlichen Täter benennen. Den Ermittlern war der Tatverdächtige bereits aus einem anderen, inzwischen eingestellten Verfahren bekannt, in dem es ebenfalls um ein Vergewaltigungsdelikt ging.

Zu Prozessbeginn wollte der Angeklagte noch keine Angaben zur Sache machen. Bei der damaligen polizeilichen Vernehmung habe er zunächst alle Vorwürfe von sich gewiesen, berichtete die Polizeibeamtin. Der Angeklagte habe angegeben, dass er seit mehreren Jahren eine Freundin habe, allerdings ohne Sex, da diese bis zur Hochzeit Jungfrau bleiben sollte. Erst im weiteren Verlauf der Vernehmung habe der 25-Jährige eingeräumt, die Prostituierte geschlagen zu haben, sagte die Polizistin. Während er zunächst sehr kooperativ aufgetreten sei, sei er später ausfallend geworden und habe die Prostituierte als Lügnerin und „Miststück“ bezeichnet.

Das Gericht hat für den Prozess sieben Verhandlungstermine angesetzt. Demnach wäre Anfang August mit einem Urteil zu rechnen.

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