Verhandlung vor dem Landgericht Göttingen

Messerattacke am Kauf Park: Zeugen schildern Aggressivität des Angeklagten

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Vergangenen Herbst lauerte der Angeklagte seiner Ex-Freundin am Göttinger Kauf Park auf und attackierte sie.

Göttingen. Im Prozess um eine Messerattacke auf eine 22-jährige Frau am Einkaufszentrum „Kauf Park“ in Göttingen haben am Donnerstag mehrere Angehörige der jungen Frau vor dem Landgericht Göttingen als Zeugen ausgesagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem bereits mehrfach vorbestraften 24-jährigen Angeklagten versuchten Mord sowie zahlreiche weitere Gewaltdelikte vor.

Laut Anklage soll er die 22-Jährige während ihrer rund ein Jahr dauernden Beziehung vielfach vergewaltigt und körperlich misshandelt haben. Kurz nachdem sie sich von ihm getrennt hatte, habe er sie im September vergangenen Jahres mit einem Messer attackiert.

Die 22-Jährige erlitt bei dem Angriff schwere Schädel- und Hirnverletzungen und musste operiert werden.

Fünf Monate vor der Messerattacke hatte die 22-Jährige bei ihren Eltern angerufen und ihnen gesagt, dass ihr Freund sie geschlagen und mit einem Kabel gewürgt habe. Die Mutter informierte die Polizei. Hinterher habe die Familie gehört, dass sie keine Aussage habe machen wollen. Sie habe eingeschüchtert gewirkt und sei zunächst einige Tage bei den Eltern geblieben.

Die junge Frau habe stets abgestritten, dass ihr Freund sie geschlagen habe. Ihre blauen Flecken und Hämatome habe sie damit begründet, dass sie gestürzt oder gegen einen Türrahmen gestoßen sei.

Sie habe jedoch auch erzählt, dass ihr Freund Handys und Telefone zerstört habe, berichtete der Vater des Opfers.

Der Kontakt sei immer seltener geworden. Einmal habe der Vater der jungen Frau den 24-Jährigen angerufen und ihm gesagt, er solle sie in Ruhe lassen. Daraufhin habe der Angeklagte gesagt: „Was willst du eigentlich, du Scheißdeutscher, ich schneid dir die Eier ab.“

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 24-Jährige hochgradig eifersüchtig gewesen war und nicht akzeptieren wollte, dass sie sich von ihm getrennt hatte.

Auch bei einem früheren Vorfall im März vergangenen Jahres soll der Angeklagte sich sehr brutal verhalten haben.

Damals soll er mit einem Kumpanen in Rosdorf einen alkoholisierten Mann zusammengeschlagen und immer wieder auf ihn eingetreten haben. Dieser erlitt unter anderem eine Schädelprellung und Hautabschürfungen.

Der Vorfall war von einer Überwachungskamera gefilmt worden. Während sich die übrigen Prozessbeteiligten am Richtertisch die Aufnahmen anschauten, gab sich der Angeklagte desinteressiert und tauschte stattdessen Gesten und Blicke mit Besuchern im Zuschauerraum aus.

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