20-Jähriger wegen Totschlags angeklagt

Prozess um Messerattacke in Göttingen: Landgericht vernimmt weitere Zeugen

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Nach den tödlichen Stichen in der Göttinger Innenstadt: Die Polizei ermittelte. 

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines jungen Mannes in  in Göttingen hat das Landgericht weitere Zeugen vernommen, die am Tatabend mit dem Angeklagten unterwegs gewesen waren.

Angeklagt ist ein 20-jähriger Göttinger. Er soll mit einem Messer auf einen 28-Jährigen eingestochen haben. Das Opfer starb wenig später in der Uniklinik.

Der 19-jährige Zeuge war einer von vier jungen Männern, die einige Stunden nach der Tat vorläufig festgenommen worden waren. Nachdem die Ermittlungen einen dringenden Tatverdacht nur gegen den Angeklagten ergaben, kamen die anderen drei wieder auf freien Fuß. Einer von ihnen, ein 20-Jähriger, hatte bereits am Vortag als Zeuge ausgesagt.

Ähnlich wie dieser gab auch der 19-Jährige an, dass in der Tatnacht reichlich Alkohol und auch Drogen konsumiert wurden. Man habe sich zu viert in der Innenstadt getroffen und als erstes Whiskey und Gin besorgt. Der Angeklagte habe auch Kokain dabei gehabt und unterwegs schon mal eine „Linie gezogen“.

Warum sich das Opfer nochmal in die Nähe des Angeklagten begab ist unklar

Warum sich das spätere Opfer nach einer ersten Auseinandersetzung erneut in die Nähe des offenbar sehr aggressiv gebärdenden Angeklagten begab, ist unklar. Ein Grund könnte gewesen sein, dass er möglicherweise einige Gegenstände holen wollte. 

Der 28-Jährige habe dort auf einer Treppe unter anderem ein Handy, eine kleine Haschischpfeife und ein Messer abgelegt gehabt, sagte der 19-Jährige. Diese Sachen habe dann der 20-jährige Zeuge an sich genommen.

Was genau nach der Rückkehr des 28-Jährigen passierte, blieb weiter unklar. Er habe auf der anderen Straßenseite gestanden, sagte der 19-Jährige. Der 28-Jährige sei um die Autos herumgegangen, als ob sie fangen spielten. 

Der Angeklagte habe Handbewegungen gemacht. Kurze Zeit später habe er gesehen, wie der 28-Jährige am Baum saß und „noch die Augen offen hatte und mich angeguckt hat“.

Laut den Ermittlungen soll es mehr Messerstiche gegeben haben

Daraus habe er geschlossen, dass dieser offenbar einen Schlag abbekommen hatte, aber davon nicht ohnmächtig geworden sei. Dann seien der Angeklagte und der 20-Jährige weggelaufen. Kurz darauf sei auch er weggelaufen.

Am nächsten Tag sei der Angeklagte bei ihm vorbeigekommen. Der 20-Jährige habe viel geweint und ihm gesagt, „dass er dem ins Bein gestochen hat.“ 

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen soll es allerdings mehr Messerstiche gegeben haben: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dem 28-Jährigen mit einem Klappmesser zweimal in die Brust sowie einmal mit voller Wucht in den rechten Oberschenkel gestochen zu haben. 

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