Nach vier Jahren

Prozess um mutmaßliche Vergewaltigung: 59-Jähriger aus dem Landkreis Northeim steht vor Göttinger Landgericht

Der Eingang zum Landgericht Göttingen
+
Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wird gegen den 59-Jährigen verhandelt. (Archivfoto)

Das Landgericht Göttingen befasst sich mit einem vier Jahre zurückliegenden Fall: Einem 59-jähriger Mann aus dem Landkreis Northeim wird unter anderem Vergewaltigung vorgeworfen.

Göttingen/Dassel – Knapp vier Jahre nach einem mutmaßlichen Vergewaltigungsdelikt muss sich jetzt ein 59-jähriger Mann aus Dassel vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im Juli 2017 eine Fahrradfahrerin auf einem Feldweg zwischen den Ortschaften Dassensen und Wellersen vergewaltigt zu haben. Die Frau habe dabei zudem diverse Verletzungen erlitten, unter anderem Schürfwunden und Rippenprellungen.

Der 59-Jährige habe sich damit sowohl der Vergewaltigung als auch der Körperverletzung schuldig gemacht.

Prozess vor dem Landgericht Göttingen: Anklage im Juni 2018

Die Staatsanwaltschaft hat die Anklage bereits im Juni 2018 erhoben. Das Landgericht ließ danach fast drei Jahre verstreichen, bis in dieser Woche der Prozess startete. In diesem Verfahren kommt auch noch eine sprachliche und kulturelle Barriere hinzu. Das mutmaßliche Opfer spricht kaum Deutsch, weshalb die Kammer für die Zeugenbefragung einen Dolmetscher hinzugezogen hatte.

Bevor die heute 39 Jahre alte Frau das damalige Geschehen aus ihrer Sicht schilderte, wurde sie vom Vorsitzenden Richter eingehend über ihre Zeugenpflichten belehrt. Ein Wort des Bedauerns oder der Erklärung, warum das Gericht sich erst nach vier Jahren mit ihrem Fall befasst, gab es nicht.

Prozess vor dem Landgericht Göttingen: Traumatisches Erlebnis

Die 39-Jährige brach während der Schilderung des für sie offensichtlich traumatischen Erlebnisses immer wieder in Tränen aus. Ihren Angaben zufolge war sie am Tattag mit dem Fahrrad auf der Rückfahrt von einem Termin in Einbeck unterwegs gewesen, als auf dem geteerten Feldweg ein roter Pkw aufgetaucht sei.

Der Autofahrer habe angehalten, sei ausgestiegen und habe „Warte“ gerufen. Als sie daraufhin vom Fahrrad abstieg, habe er sie im Nacken gepackt, zu Boden geworfen, ins Gesicht und auf die Brust geschlagen und sie vergewaltigt. Sie habe laut geschrien. „Ich hatte Angst, dass er mich umbringen wird“, sagte sie. Der Mann sei dann wieder ins Auto gestiegen und weggefahren.

Prozess vor dem Landgericht Göttingen: Angeklagter machte keine Angaben

Der Angeklagte machte zu Prozessbeginn keine Angaben. Sein Verteidiger verlas für ihn eine Erklärung, in der er die Anklagevorwürfe zurückwies. Der 59-Jährige war im Mai 2018 in Untersuchungshaft gekommen, einen Monat später wurde der Haftbefehl wieder aufgehoben. Zwei Tage später erhob die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen ihn.

Der Prozess wird in der neuen Woche fortgesetzt. Das Gericht hat insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. (Heidi Niemann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.