Flucht endete im Gebüsch

Prozess um Raubüberfall in Gittelde: Polizisten sagen aus

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Das Gerichtsgebäude in Göttingen: Hier wird gegen das Trio verhandelt, das die Sparkassenfiliale in Gittelde überfallen haben soll.  

Göttingen/Gittelde. Im Prozess um einen Raubüberfall auf eine Sparkassenfiliale in Gittelde hat das Landgericht Göttingen mehrere Polizisten als Zeugen vernommen, die damals an der Fahndung beteiligt gewesen waren.

Die Beamten hatten Anfang Januar eine Dreiviertelstunde nach dem Banküberfall den Fahrer des Fluchtautos, einen heute 61 Jahre alten Mann aus Hanau, in der Nähe von Northeim festgenommen. Vier Wochen später klickten auch bei seinen mutmaßlichen Komplizen – einem 49-jährigen Metallbauer aus Bad Oldesloe und einem 44-jährigen Anlagen- und Maschinenführer aus Eisenach – die Handschellen.

Die drei Angeklagten, die alle bereits vielfach vorbestraft sind, sitzen seither in unterschiedlichen Gefängnissen in Untersuchungshaft. In dem Prozess vor dem Landgericht Göttingen muss sich das Trio wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Da sich aus technischen Gründen der Tresor nicht öffnen ließ, erbeuteten die Täter lediglich Hartgeld im Wert von rund 2200 Euro sowie eine Geldbörse mit 200 Euro.

Zeugen hatten beobachtet, wie die Bankräuber anschließend in einen Opel Vectra mit Northeimer Kennzeichen stiegen, so dass die Polizei sofort eine entsprechende Fahndung einleiten konnte. Rund 40 Minuten nach dem Überfall entdeckte eine Zivilstreife der Göttinger Autobahnpolizei das mutmaßliche Fluchtfahrzeug am Northeimer Autohof nahe der A 7. Der Mann habe sich kurz darauf ins Auto gesetzt und sei über die Bundesstraße 3 in Richtung Einbeck gefahren. Die Zivilstreife fuhr hinterher, wenig später folgte ein weiterer Streifenwagen der Autobahnpolizei, der in der Nähe postiert gewesen war.

Nachdem sie die Ortsdurchfahrt von Edesheim passiert hatten, überholte der Fahrer des zweiten Streifenwagens beide Fahrzeuge, setzte sich vor das mutmaßliche Fluchtauto und schaltete die rote Leuchtschrift „Stop Polizei“ ein. Der verdächtige Fahrer habe die Aufforderung ignoriert und stattdessen versucht, links zu überholen, berichtete der Polizist. Als dies nicht klappte, sei der Mann rechts vorbeigefahren und habe dabei den Streifenwagen gerammt. Beim Versuch, in einen Feldweg einzubiegen, habe er die Kontrolle über das Fahrzeug verloren. Das Auto sei gegen eine Böschung geprallt und in einem Gebüsch gelandet. Kollegen hätten dann den Fahrer aus dem Wagen gezogen und festgenommen.

Der Mann sei sehr laut und wütend gewesen, berichtete ein weiterer Polizisten. Da der 61-Jährige über Schmerzen im Rücken klagte, kam er mit einem Rettungswagen unter Polizeibewachung ins Northeimer Krankenhaus. Die Ärzte stellten allerdings keinerlei Verletzungen fest, so dass er in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf gebracht wurde.

Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

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