Drogenermittler der Polizei sagte aus

Prozess um tödlichen Messerstich: Zeuge hat Tat beobachtet 

Göttingen.  Im Prozess um eine tödliche Messerattacke in der Innenstadt von Göttingen hat am Dienstag ein Drogenermittler der Polizei ausgesagt. 

Der Beamte ist regelmäßig in einem Wohnkomplex an der Groner Landstraße im Einsatz, der als sozialer Brennpunkt gilt. Dort hatte der 44-jährige Mann gewohnt, der im August 2016 schwer verletzt in einer Göttinger Apotheke zusammengebrochen und kurz darauf verstorben war. 

In dem Prozess muss sich ein vielfach vorbestrafter 38-jähriger Mann aus Göttingen wegen Totschlags verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dem 44-Jährigen im Verlauf eines Streits vor einer Gaststätte ein Messer so tief in den Bauch gestochen haben, dass der Magen durchstoßen wurde.

Der Polizist war einen Tag nach dem Vorfall in dem Wohnkomplex gewesen. An dem Tag habe ihn ein aus Rumänien stammender Mann angesprochen und gefragt, wie es dem Opfer gehe. Dann habe er erklärt, dass er alles beobachtet habe.

Er habe dies zunächst nicht geglaubt, meinte der Polizeibeamte. Der Mann habe aber auf seiner Behauptung beharrt und Details geschildert, die zu den bisherigen Ermittlungsergebnissen gepasst hätten. Demnach will er von einem benachbarten Laden aus beobachtet haben, wie der spätere Täter und der 44-Jährige vor einem Imbiss aufeinander trafen. Der Täter sei vom Rad gestiegen und habe mit Fäusten auf den 44-Jährigen eingeschlagen. Dieser habe sich mit Reizgas verteidigt. Daraufhin habe der Angreifer mit einem Messer auf den 44-Jährigen eingestochen und sei mit dem Rad davongefahren. Er sei dann zu dem Opfer hingegangen und habe gefragt, was los sei. Der 44-Jährige habe sein T-Shirt hochgehoben und eine Wunde im Bauch gezeigt. 

Er habe ihn dann zur Apotheke begleitet. Dort erlag der 44-Jährige kurz darauf seinen schweren Verletzungen. Als der mutmaßliche Augenzeuge später bei der Polizei noch einmal im Rahmen einer förmlichen Vernehmung befragt wurde, habe dieser den Tathergang allerdings etwas anders geschildert, sagte der Polizist.

Bei der Lichtbildvorlage habe er das Opfer, nicht aber den Angeklagten erkannt. Nach Angaben der Freundin des Opfers, die ebenfalls als Zeugin aussagte, war der 44-jährige als Drogendealer tätig gewesen. Auch dem Angeklagten habe er ständig Drogen verkauft, sagte die 25-Jährige.

Ihr Freund habe ihr erzählt, dass der Angeklagte damit gedroht habe, ihn abzustechen. Kurz bevor ihr Freund getötet wurde, habe sie eine Haftstrafe angetreten. Sie sei dann später im Gefängnis von einer Schwägerin des Angeklagten bedroht worden, die dort ebenfalls inhaftiert gewesen sei. Der Prozess wird fortgesetzt. 

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