Prozess vor Landgericht Göttingen

Versuchter Mord: Angeklagter soll Ex-Freundin zuvor vergewaltigt und misshandelt haben

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Messerattacke am Göttinger Kauf Park: Der Verdächtige ist jetzt wegen versuchten Mordes und diverser gefährlicher Körperverletzungen sowie Vergewaltigungen angeklagt.

Göttingen. Rund sechs Monate nach der Messerattacke auf eine 22-Jährige am Einkaufszentrum Kauf Park muss sich ihr früherer Lebensgefährte vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen versuchten Mord sowie zahlreiche gefährliche Körperverletzungen und Vergewaltigungen vor. Der Prozess beginnt am 13. März.

Der Angeklagte soll Anfang September seine Ex-Freundin, die sich kurz zuvor von ihm getrennt hatte, auf dem Gelände des Einkaufszentrums niedergeschlagen und mit einem Klappmesser auf sie eingestochen haben. Dabei soll er auch gesagt haben: „Wenn ich dich nicht haben kann, dann kann dich keiner haben!“ Die 22-Jährige erlitt schwere Stichverletzungen im Kopf- und Brustbereich und musste operiert werden. Der Anklage zufolge habe der Ex-Freund die Trennung nicht akzeptieren wollen und den Tod des Opfers in Kauf genommen.

Angeklagter stellte sich nach drei Wochen auf der Flucht

Der 24-Jährige war anschließend zu Fuß geflohen. Die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach ihm, setzte dabei auch Hubschrauber und Spezialhunde ein. Drei Wochen nach der Messerattacke stellte sich der 24-Jährige in Begleitung seines Anwalts. Seitdem sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft. Er war erst im November 2016 aus der Haft entlassen worden, nachdem er einen Teil seiner Jugendstrafe von drei Jahren und zwei Monaten wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung verbüßt hatte. Zehn Monate später kam er wegen der Messerattacke erneut in Haft.

Erst zehn Monate vor Messerattacke aus der Haft entlassen

Laut Anklage war seine 22-jährige Ex-Freundin, mit der er seit Juli 2016 eine Beziehung geführt habe, schon vorher zahlreichen Gewaltattacken ausgesetzt gewesen. Er soll sie insgesamt 19 Mal vergewaltigt und misshandelt haben. Außerdem soll er sie bei einem Streit in den Oberschenkel gebissen haben, mit einem Handykabel gewürgt und ihr mehrfach auf den Kopf geschlagen haben.

Nachdem sich die 22-Jährige schließlich von ihm getrennt hatte, suchte er sie einige Tage später nach mehreren Anrufen beim Einkaufen auf. Er habe sie in dem Einkaufszentrum umarmt und geküsst und sei dann mit zu ihrem Auto gegangen. Später habe er sie in eine Einfahrt gezogen und ihr einen Faustschlag ins Gesicht versetzt, sodass sie zu Boden ging. Danach habe ihr erst in den Nacken und dann in die linke Flanke gestochen. Um das Messer nach dem ersten Stich herausziehen zu können, habe er sich mit dem Fuß auf ihrem Kopf abgestützt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 24-Jährigen außerdem vor, im März vergangenen Jahres gemeinsam mit einem Kumpanen an seinem Wohnort Rosdorf einen betrunkenen Mann mit Fäusten zu Boden geschlagen und anschließend mit weiteren Schlägen und Tritten malträtiert zu haben.

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