22-jähriger Ex-Student ist angeklagt

Prozessauftakt in Göttingen: Wurde 15-Jährige vergewaltigt?

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Das Landgericht Göttingen: Hier begann am Donnerstag der Prozess gegen einen 22-Jährigen.  

Göttingen. Weil er in betrunkenem Zustand ein 15-jähriges Mädchen in der Göttinger Innenstadt vergewaltigt haben soll, muss sich seit Donnerstag ein 22-jähriger Mann aus Göttingen vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Laut Anklage soll der 22-Jährige Anfang Dezember 2016 die ihm unbekannte 15-Jährige gegen 21 Uhr abends nahe der Jacobikirche angesprochen und auf eine Bank gezogen haben. Dort soll er sie gegen ihren erklärten Willen umarmt, geküsst und im Intimbereich berührt haben. Dabei habe er sie außerdem wiederholt gewürgt und ihr in den Hals und in die Zunge gebissen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deshalb neben der Vergewaltigung auch Körperverletzung vor.

Der Angeklagte soll die 15-Jährige rund eine Viertelstunde lang sexuell bedrängt und genötigt haben. Dann sei er kurz abgelenkt gewesen, weil er eine Nachricht auf seinem Handy bekommen hatte. Diesen Moment nutzte die 15-Jährige, um sich zu befreien und wegzulaufen.

Die 15-Jährige hatte danach den Notruf gewählt, war aber so erregt, dass sie sich zunächst nicht mitteilen konnte. Wie sie später bei der Polizei angab, war sie danach noch einige Zeit ziellos durch die Stadt gelaufen. Weil inzwischen der Akku ihres Handys leer war, habe sie mehrfach Passanten angesprochen, darunter eine Frau, die das Geschehen an der Jacobikirche gesehen habe. Statt ihr zu helfen, habe die Frau jedoch nur gesagt, dass sie die beiden Menschen auf der Bank für ein Pärchen gehalten habe und nichts zu dem Vorfall sagen könne. Später sah die 15-Jährige den Angeklagten wieder, als dieser in einen Schnellimbiss ging. Sie ging in einen anderen Imbiss und verständigte von dort aus die Polizei.

Wenig später entdeckten die Beamten den 22-Jährigen neben einem Mülleimer. Er sei stark alkoholisiert gewesen und habe sich kaum artikulieren können, sagte einer der Polizisten, die ihn damals aufgegriffen hatten. „Alkoholtechnisch war der völlig weg.“ Die Atemalkoholkontrolle habe einen Wert von 1,89 Promille ergeben. Der 22-Jährige habe dann die Nacht zur Ausnüchterung in einer Zelle verbracht. Als er am nächsten Morgen mit den Tatvorwürfen konfrontiert wurde, sei er zusammengebrochen. „Wie kann ich das wieder gutmachen, was habe ich getan“, habe der Angeklagte gesagt.

Erschrocken und fassungslos

Auch zum Prozessauftakt zeigte sich der 22-Jährige fassungslos. Er sei erschrocken und geschockt, sagte der Angeklagte. Er habe an dem Abend infolge seines Alkoholkonsums einen „Filmriss“ gehabt und könne sich deshalb nicht an die Geschehnisse erinnern.

Sein Freund, mit dem er am damaligen Abend unterwegs gewesen war, hatte gegenüber der Polizei angegeben, dass der 22-Jährige auf „dominantem Sex“ stehe. Dazu gehörten leichtes Würgen und leichtes Ziehen an den Haaren, sein „Markenzeichen“ sei das Beißen. 

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