Vier Verhandlungstage sind angesetzt

Prozessauftakt gegen mutmaßlichen Sexualstraftäter fünf Monate nach Festnahme

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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier findet der Prozess statt.

Fünf Monate nach seiner Verhaftung in Italien hat in dieser Woche vor der Jugendschutzkammer des Göttinger Landgerichts der Prozess gegen einen mutmaßlichen Sexualstraftäter aus Göttingen begonnen.

Die Staatsanwaltschaft hat den 58-jährigen Eric J. wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 17 Fällen angeklagt.

Der Angeklagte hatte sich dem gegen ihn anhängigen Strafverfahren zunächst entzogen und war rund eineinhalb Jahre lang auf der Flucht gewesen. Im Dezember 2019 nahmen ihn Beamte der italienischen Polizei auf einem Campingplatz in der Nähe von Livorno in der Toskana fest. Anfang des Jahres wurde er nach Deutschland überstellt. Aktuell sitzt er in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf (Kreis Göttingen) in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen wirft dem 58-Jährigen vor, zwei Kinder aus seinem familiären Umfeld sexuell missbraucht zu haben. Die beiden Mädchen seien zur Tatzeit unter 14 Jahren alt gewesen. Der Angeklagte soll die Missbrauchshandlungen über mehrere Jahre hinweg begangen haben, in der Anklage ist ein Tatzeitraum zwischen 2011 und 2017 angegeben. Zum Prozessauftakt schloss das Gericht die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus, um die schutzwürdigen Interessen der Opfer zu wahren.

Die Polizei hatte seit Mai 2018 gegen Eric J. wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt, zuvor war gegen ihn eine entsprechende Strafanzeige erstattet worden. Kurz darauf tauchte der 58-Jährige unter. Dies war für die Ermittler überraschend, weil er in einer ersten Vernehmung die Taten teilweise gestanden hatte.

Nach seiner Flucht hefteten sich zunächst Zielfahnder an seine Fersen. Im November 2018 wurde der Gesuchte im Grenzgebiet zur Schweiz gesehen, danach verlor sich seine Spur jedoch wieder. Daraufhin griffen die Fahnder zu weiteren Maßnahmen: Im vergangenen Sommer wurden ein internationaler Haftbefehl erlassen und eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet. Kurz vor Weihnachten kontrollierten ihn dann italienische Carabinieri in der Provinz Livorno.

Das Gericht hat für den Prozess vier Verhandlungstage angesetzt.  pid

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