Anklage des versuchten Totschlags

Prozessauftakt in Göttingen: Messerattacke nach Streit um bissigen Hund

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Vor dem Landgericht Göttingen muss sich eine 31-jährige Frau wegen versuchten Totschlags verantworten. Die Angeklagte wies die Vorwürfe zunächst zurück. 

Göttingen. Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung muss sich seit Donnerstag eine 31-jährige Frau aus Göttingen vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten vor, im April dieses Jahres in der Göttinger Innenstadt einen 43-jährigen Mann mit einem Messer niedergestochen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Polizei hatte die 31-Jährige noch am gleichen Tag festgenommen.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war die Angeklagte, die bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten sei, zwei Tage zuvor mit dem Mann in Streit geraten. Die Angeklagte habe ihm am Tattag dann mit einem Messer mit einer Klingenlänge von sechs Zentimetern in die linke Brusthöhle gestochen. Der 43-Jährige habe sich in akuter Lebensgefahr befunden und sei durch einen sofortigen Notarzteinsatz gerettet worden.

Die Angeklagte, nach eigenen Angaben Drogenkonsumentin und in Methadon-Behandlung, stritt die Vorwürfe zunächst ab. Sie bestätigte nur, dass sie zwei Tage zuvor einen Streit mit dem 43-Jährigen gehabt habe. Anlass sei dessen hoch aggressiver Staffordshire Bullterrier gewesen, der ihr in Jacke gebissen habe, so die 31-Jährige. Im Verlauf des Streits habe der Hundehalter ihr in den Magen geschlagen. Sie sei zu der Zeit schwanger gewesen und habe ihn wegen dieses Vorfalls angezeigt.

Hund bereits polizeibekannt

Zwei Tage später habe sie den 43-Jährigen dann zufällig in der Innenstadt getroffen. Sie sei gerade aus einer Arztpraxis gekommen, wo sie ihr Methadon abgeholt habe. Der 43-Jährige habe seinen Hund dabei gehabt. Dieser habe keinen Maulkorb getragen, obwohl dies vorgeschrieben sei. 

Sie habe das Messer genommen, um den bissigen Hund abzustechen, nicht aber, um den Mann anzugreifen. „Ich habe ihn nicht einmal berührt“, sagte die 31-Jährige. Ihre beiden Begleiter seien ebenfalls an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen. Einer habe mit einem Fahrradschloss auf den Hundehalter eingeschlagen, ein anderer mit einer Eisenstange. Wer von den beiden dem 43-Jährigen den Messerstich versetzt habe, wolle die Angeklagte nicht sagen.

Der Prozess wird nächste Woche fortgesetzt und voraussichtlich bis Ende November dauern.

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