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Prozessauftakt in Göttingen: Mit gestohlenem Auto auf Polizisten zugefahren

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Von: Heidi Niemann

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Mit einem gestohlenen Audi vom Typ Q7 soll ein 26-Jähriger, der vor dem Landgericht Göttingen angeklagt ist, auf einen Polizisten zugefahren sein. Der Beamte konnte sich nur mit einem Sprung zur Seite retten.. Archivfoto: Uli Deck/nh
Mit einem gestohlenen Audi vom Typ Q7 soll ein 26-Jähriger, der vor dem Landgericht Göttingen angeklagt ist, auf einen Polizisten zugefahren sein. Der Beamte konnte sich nur mit einem Sprung zur Seite retten.. Archivfoto: Uli Deck/nh © Uli Deck/nh

Eine mutmaßliche Bande von Autodieben steht ab sofort in Göttingen vor Gericht. Einer der Angeklagten soll mit einem gestohlenen Wagen auf einen Polizisten zugefahren sein.

Göttingen/Osterode – Vor dem Landgericht Göttingen hat ein Prozess gegen eine mutmaßliche Bande von Autodieben begonnen.

Die Staatsanwaltschaft hat die vier 20, 22, 26 und 35 Jahre alten Männern – drei stammen aus Polen, einer aus der Ukraine – unter anderem wegen Bandendiebstahls angeklagt. Der 26-Jährige muss sich darüber hinaus unter anderem wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr verantworten. Er soll im Januar bei einer Polizeikontrolle mit einem kurz zuvor gestohlenen Pkw auf einen Beamten zugefahren sein, so dass dieser sich nur durch einen Sprung zur Seite retten konnte. Bei der weiteren Flucht soll er dann auch noch ein Polizeiauto und diverse Leitplanken beschädigt haben.

Prozessauftakt in Göttingen: Diebstahl mit Funkstreckenverlängerer

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen sich die vier Männer zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um hochwertige Autos in Deutschland zu stehlen und nach Polen zu schaffen. Zu diesem Zweck seien sie am 20. Januar abends mit einem Opel Astra nach Deutschland eingereist. Um kurz vor 2 Uhr morgens hätten sie dann im Osteroder Ortsteil Förste einen Audi Q 7 im Wert von 30 000 Euro entwendet. Der 22-jährige Angeklagte habe das Fahrzeug mit einem so genannten Funkstreckenverlängerer geöffnet. Während drei Angeklagte mit dem Opel Astra zu weiteren potenziellen Tatorten gefahren seien, habe sich der 26-Jährige mit dem gestohlenen Audi in Richtung Autobahn 7 aufgemacht, um das Auto nach Polen zu bringen.

Prozessauftakt in Göttingen: Angeklagter ohne Führerschein

Dabei verfolgten ihn zwei zivile Streifenwagen, die ihn dann kurz vor der Anschlussstelle Seesen überholten. Als der 26-Jährige vor einer roten Ampel anhalten musste, stand er zwischen den beiden Zivilfahrzeugen. Zwei Beamte, die sich nun als Polizisten zu erkennen gaben, seien auf das Auto zugegangen, um ihn zu kontrollieren. Daraufhin habe der 26-Jährige das Lenkrad nach rechts eingeschlagen und sei mit quietschenden Reifen auf einen Polizisten zugefahren. Dabei habe er den Tod des Polizisten billigend in Kauf genommen, heißt es in der Anklage. Der Beamte habe dabei mehrere Prellungen sowie Abschürfungen erlitten. Schließlich wurde der Mann festgenommen worden. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich dann heraus, dass er auch keinen Führerschein besitzt.

Prozessauftakt in Göttingen: Festnahmen

Am gleichen Tag wurden auch seine drei mutmaßlichen Komplizen festgenommen. Sie sitzen seitdem in unterschiedlichen Gefängnissen in Untersuchungshaft. Das Gericht hat für den Prozess zunächst Verhandlungstermine bis September festgesetzt. (Heidi Niemann)

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