Angeklagter soll aus Rache Mann getötet haben

Mordprozess kurz nach Auftakt vertagt: Fortsetzung am 2. September

Göttingen. Wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen muss sich seit Mittwoch ein 28-jähriger Mann vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Der Prozess wurde kurz nach Verlesung der Anklage unterbrochen, da das Gericht zunächst keine Zeugen geladen hatte. Er wird am 2. September fortgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, Anfang Februar den 27-jährigen Bruder seiner damaligen Freundin in der Feldmark von Reiffenhausen erschossen zu haben. Zuvor soll er sein Opfer mit einer fingierten Flirt-SMS zu dem Treffpunkt gelockt haben. Der Angeklagte habe sich dafür rächen wollen, dass der 27-jährige Kfz-Mechaniker mit seinen Hinweisen dazu beigetragen hatte, dass er mehrerer Diebstähle überführt wurde. Danach hatte der 28-Jährige aus dem Haus ausziehen müssen, in dem seine Freundin mit Bruder und Eltern lebte.

Der Angeklagte wollte noch keine Angaben machen.

Aktualisiert
um 13.55 Uhr.

An dem Prozess nehmen auch die Eltern sowie die beiden Schwestern des Getöteten als Nebenkläger teil. Vor allem die Mutter musste erfahren, wie wenig Feingefühl manchmal den Angehörigen von Opfern entgegengebracht wird: Als sie beim Anblick des Angeklagten zu schluchzen begann, drehte sich ein Kameramann sofort um und filmte sie längere Zeit direkt von vorne. Kurz darauf stellte der Vorsitzende Richter sie zu Prozessbeginn als "Mutter des mutmaßlich Geschädigten" vor als gäbe es irgendeinen Zweifel daran, dass ihr Sohn tot ist, gestorben vor mehr als sechs Monaten durch ein Gewaltverbrechen.

Mutmaßlicher Todesschütze in Göttingen vor Gericht

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte das Opfer, als es sich mit dem Angeklagten traf, noch versucht, einen Notruf mit seinem Handy abzusetzen. Der Angeklagte habe dann sechsmal in schneller Folge auf ihn geschossen. Wenig später verstarb das Opfer an inneren Verblutungen.

Das Gericht hat zunächst acht Verhandlungstage bis November angesetzt.

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Rubriklistenbild: © HNA/Jelinek

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