Prozessauftakt: Onkel und Neffe wollten mit Heroin handeln

Göttingen. Zehn Jahre nach einem großen Drogenprozess vor dem Landgericht Göttingen stehen zwei der damals verurteilten Angeklagten erneut vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft hat einen 50-jährigen Mann aus Osterode und dessen 41-jährigen Neffen aus Göttingen wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln angeklagt. Die beiden Männer sollen bei zwei Beschaffungsfahrten von einem Dealer in Rotterdam für insgesamt 16 500 Euro 550 Gramm Heroin erworben haben, um es gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Als sie im Januar von ihrer zweiten Beschaffungsfahrt zurückkehrten, stoppte ein Einsatzkommando der Polizei ihr Fahrzeug im Stadtgebiet von Göttingen. Ein Rauschgiftspürhund entdeckte in der Mittelkonsole 300 Gramm Heroin, außerdem fanden sich insgesamt 1,5 Kilogramm Streckmittel.

Beide Männer sind bereits einschlägig vorbestraft. 2005 hatten sie sich gemeinsam mit zwei weiteren Familienangehörigen und einem Bekannten vor dem Landgericht Göttingen verantworten müssen. Die fünf Angeklagten hatten Drogenabhängige in Göttingen, Northeim, Einbeck und Bad Lauterberg mit großen Mengen Heroin versorgt. Der 50-Jährige wurde damals zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt, sein Neffe erhielt eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren. Der Vater des 41-Jährigen – zugleich ein Bruder des 50-Jährigen - wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Alle Familienmitglieder hatten damals ein Geständnis abgelegt. Auch diesmal zeigten sich die Angeklagten weitgehend geständig. Der 50-Jährige gab an, dass sein Neffe die Treffen mit dem Dealer in Holland arrangiert habe. Nachdem man dort das Heroin begutachtet hatte, sei man nach Düsseldorf gefahren, wo ein Kurier die Drogen übergeben habe. Warum man das Geschäft nicht schon in Rotterdam abgewickelt habe, fragte der Staatsanwalt.

Er habe nicht selbst mit den Drogen über die Grenze fahren wollen, sagte der 50-Jährige. Da sein Name noch im Polizeicomputer gespeichert sei, wäre sein Fahrzeug bei einer Kontrolle vermutlich durchsucht worden. Das Landgericht hat für den Prozess drei Verhandlungstage angesetzt. (pid)

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