Angeklagte schweigen vor Gericht

Prozessauftakt nach Überfall auf Sparkasse in Gittelde: Angeklagte schweigen vor Gericht

Göttingen. Knapp sechs Monate nach einem Raubüberfall auf eine Sparkassenfiliale in Gittelde hat vor dem Landgericht Göttingen der Prozess gegen drei mutmaßlichen Täter begonnen.

Die Staatsanwaltschaft hat das Trio unter anderem wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Alle drei Angeklagten – ein 60-jähriger Mann aus Hanau, ein 49-jähriger Metallbauer aus Bad Oldesloe und ein 44-jähriger Anlagen- und Maschinenführer aus Eisenach – sind bereits vielfach vorbestraft.

Laut Anklage sollen sie den Überfall, der Anfang Januar stattfand und rund drei Minuten dauerte, gemeinsam geplant haben. Während der 44-Jährige im Fluchtauto gewartet habe, hätten die beiden Komplizen mittags mit Schal und Tuch maskiert die Filiale betreten und „Überfall, Geld her!“ gerufen. Der 49-Jährige habe die Filialleiterin und eine Kundin mit einer täuschend echt aussehenden Spielzeugpistole bedroht und ihnen wiederholt mit der Waffe auf den Kopf geschlagen. 

Da sich aus technischen Gründen zum Schutz vor Banküberfällen der Tresor nicht öffnen ließ, erbeuteten die Angeklagten ausschließlich Hartgeld im Wert von rund 2200 Euro aus einer Schublade sowie die Geldbörse der Kundin, in der sich neben 200 Euro Bargeld auch diverse Bankkarten und Ausweise befanden. Anschließend flüchteten die Räuber zu Fuß aus der Bank.

Sowohl die Bankmitarbeiterin als auch die Kundin erlitten durch die Schläge diverse Kopf- und Schädelverletzungen, beide waren kurzzeitig in stationärer Behandlung.

Zeugen hatten anschließend beobachtet, wie die Täter in einen Opel Vectra stiegen und in rasanter Fahrt davonfuhren. Rund 40 Minuten später entdeckte eine Zivilstreife auf dem Northeimer Autohof einen Pkw, dessen Nummernschilder nur notdürftig mit schwarzem Kabelbinder befestigt waren. Wie sich herausstellte, waren die Fahrzeugkennzeichen zuvor entwendet worden. Einziger Insasse war der 60-jährige Angeklagte.

Dieser fuhr dann über die Bundesstraße 3 in Richtung Einbeck davon, gefolgt von der Zivilstreife. Wenig später kam ein Funkstreifenwagen der Göttinger Autobahnpolizei hinzu. Die Beamten überholten den Pkw und forderten den Fahrer mit einem Stoppsignal zum Anhalten auf.

Der 60-Jährige setzte stattdessen zum Überholen an, musste den Fluchtversuch aber wegen Gegenverkehrs abbrechen. Beim Versuch, den Streifenwagen rechts zu überholen, kollidierte sein Auto mit dem Polizeifahrzeug, kam von der Straße ab, schleuderte gegen eine Böschung und landete in einem Busch.

Zu Prozessbeginn wollten die Angeklagten zunächst keine Angaben zur Sache machen. Das Gericht hat für das Verfahren insgesamt zehn Verhandlungstage bis Mitte August angesetzt.

Rubriklistenbild: © Archiv/Thomas Kopietz

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