Straßenverkaufswert liegt bei 480.000 Euro

Prozessauftakt: Duo wollte 55 Kilogramm Marihuana schmuggeln

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Marihuana: 55 Kilogramm der Droge sollten per Spedition von Italien in den Südharz geschickt werden. Doch die Polizei hatte Wind davon bekommen. ( Symbolbild)

Ein Prozess um 55 Kilogramm Marihuana begann am Montag vor dem Landgericht Göttingen. Angeklagt sind zwei Männer aus dem Südharz.

Am 22. Februar 2019 gibt ein 38-jähriger Italiener bei einer Spedition in Rom zwei Pakete auf. Die Pakete mit einem Gesamtgewicht von 55 Kilo sollen an eine Adresse unter seinem Namen im Bad Lauterberger Ortsteil Barbis gehen. Der 38-Jährige wird bei der Aufgabe des Frachtguts von einem 31-jährigen Albaner begleitet. 

Zwei Tage später fliegen die beiden Männer gemeinsam von Rom über Barcelona nach Hannover, von dort geht es weiter in den Südharz. Am 4. März nehmen sie in dem Haus in Barbis die Pakete in Empfang. Kurz darauf klicken die Handschellen: Die Polizei hat vorher davon Wind bekommen, dass sich in den Paketen Rauschgift befindet. Die Fahnder fangen die Fracht ab, stellen die 55 Kilo Marihuana sicher, füllen die Pakete mit Streusalz und Papiertaschentüchern auf und nehmen die Empfänger unmittelbar nach der Zustellung fest.

So soll laut der Anklage der Staatsanwaltschaft ein vereiteltes Drogengeschäft abgelaufen sein, für das sich die beiden Festgenommenen seit Montag vor dem Landgericht Göttingen verantworten müssen. 

Die Strafverfolgungsbehörde hat die 38 und 31 Jahre alten Männer wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge angeklagt. Das beschlagnahmte Marihuana hat nach Angaben der Polizei einen geschätzten Straßenverkaufswert von 480.000 Euro.

Zu Beginn der Verhandlung erklärten die Verteidiger, dass ihre Mandanten grundsätzlich Angaben zur Sache machen würden. Ihrer Anregung, zuvor ein Rechtsgespräch in nichtöffentlicher Verhandlung zu führen, kam die Kammer nicht nach. Es gebe keine Veranlassung und keine Rechtsgrundlage für den Ausschluss der Öffentlichkeit. Außerdem wolle man nicht über die Köpfe der Angeklagten hinweg etwas besprechen, erklärte die Vorsitzende Richterin Natascha Czetto. 

Der 38-jährige Italiener gab an, dass er aufgrund seines massiven Kokain- und Crack-Konsums große Erinnerungslücken habe. Seinen Angaben zufolge hatte er in Rom von Gelegenheitsjobs gelebt und häufig in einer Bar in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft verkehrt. 

Dort habe ihn ein Schwarzafrikaner angesprochen, ob er für diesen einen Job erledigen und ein Paket nach Deutschland bringen könne. Der Bekannte habe angegeben, dass er dies nicht selbst übernehmen könne, da er keine Papiere habe. Irgendwann sei er dann in Bad Lauterberg gestrandet, sagte der Angeklagte.

Der Prozess wird voraussichtlich bis Ende September dauern. Das Gericht hat insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt.

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