Demonstration

Psychiatrie-Auszubildende: Protest nicht gegen Bedingungen vor Ort

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Studierende der Fachgruppe Psychiatrie an der Uni Göttingen und der PFH protestierten Anfang Mai am „Nabel“ für eine Änderung des Psychiatrie-Gesetzes.

Göttingen. Der Protest der Studierenden und angehenden Psychotherapeuten am Mittwoch, 2. Mai, in Göttingen richtete sich nicht gegen die Arbeitsbedingungen und einer möglichen Ausnutzung als günstige Arbeitskräfte in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), wie die Fachgruppe Psychologie der Uni Göttingen in einer Pressemitteilung betont.

Mit der Demo-Zug und der Kundgebung am „Nabel“ in der Göttinger Innenstadt hätten sich die Beteiligten vor allem im Rahmen eines bundesweiten Protestes für eine Reform des Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) mit dem Ziel der Sicherung des rechtlichen Status von Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) und einer angemessenen Bezahlung für ihre praktische Arbeit in Kliniken. Gefordert wird auch eine faire Übergangsregelung für PiA bis die mögliche Reform greift.

Von den in Göttingen Protestierenden sind einige noch nicht alle direkt von den kritisierten Bedingungen betroffen. Sie hätten „in Solidarität mit PiA deutschlandweit und mit Hinblick auf die eigene Zukunft demonstriert“.

Kernkritik ist, dass der rechtliche Status der Psychotherapeuten in Ausbildung in den Kliniken, Ambulanzen und anderen Einrichtungen, wo sie ihre Praxisstunden ableisten und Erfahrungen sammeln, nicht gesichert ist.

So gibt es keine klare Regelung, wie und ob die PiA angestellt werden. Daran hängen aber Sozialleistungen und natürlich auch Vergütungen. Die Folge sind zum Teil Bezahlungen unter dem Mindestlohn, wenn die geleisteten Stunden bei der Berechnung berücksichtigt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Betroffenen für die Ausbildung, zusammen etwa 24 000 Euro, selbst tragen müssen.

Der bundesweite Protest entzündete sich auch, weil die häufig zugesagten Änderungen im PsychThG nicht ausreichend umgesetzt wurden. „Wir haben genug von Versprechungen“ hieß es denn auch bei der Kundgebung.

Die Arbeitsbedingungen in Göttingen übrigens bezeichnen die Akteure der Fachgruppe Psychologie „als verhältnismäßig gut“. Die Verantwortlichen seien bemüht, das so zu halten.

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