Patient wegen Messerattacke vor Landgericht

Psychiatrie-Insasse soll Arzt angegriffen haben

Gerichtsgebäude in Göttingen: Landgericht und Amtsgericht am Göttinger Maschmühlenweg.
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Gerichtsgebäude in Göttingen: Landgericht und Amtsgericht am Göttinger Maschmühlenweg.

Wegen einer Messerattacke auf einen Arzt muss sich seit Montag ein 40-jähriger Psychiatrie-Patient vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Göttingen – Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Anfang Juni in der Asklepios Klinik in Göttingen einen Arzt mit einem Messer angegriffen zu haben. Der Arzt habe dabei eine Stichverletzung in der linken Gesichtshälfte erlitten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte im Zustand verminderter Schuldfähigkeit gehandelt hat. Er habe zur Tatzeit an einer paranoiden Schizophrenie gelitten.

Der Vorsitzende Richter wies darauf hin, dass auch eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht komme. Der 40-Jährige ist im Niedersächsischen Maßregelvollzugszentrum in Moringen (Kreis Northeim) untergebracht.

Der Angeklagte gab an, in Notwehr gehandelt zu haben. Der Arzt sei plötzlich durch die Tür gekommen, habe in die Tasche gegriffen und etwas herausgeholt. Da er wisse, dass alle Mediziner einen „kleinen Stromschocker“ in der Tasche hätten, habe er es mit der Angst zu tun bekommen. Er habe aus seiner Hosentasche eine Nagelschere geholt und damit dem Arzt in den Nacken gestochen, allerdings „nicht fest“. Danach habe er die Nagelschere sofort abgegeben.

Der Angeklagte ist eigenen Angaben zufolge seit mehr als zehn Jahren in psychiatrischen Kliniken in Behandlung. Irgendwann habe er die Diagnose paranoide Schizophrenie erhalten.

Er habe seit Jahren das Gefühl, vergiftet zu werden. Das Gift befinde sich in Brot, Cola oder Bier – „ich kann gar nicht sagen, wo die das überall reingemischt haben.“ Auch jetzt habe er wieder Schluckbeschwerden. „Das ist nicht normal. Das kommt nicht von mir.“

Außerdem fühlt sich der Angeklagte durch Strom bedroht. Bevor er in die Göttinger Asklepios Klinik kam, habe er sich zeitweilig in einer Notunterkunft in Northeim aufgehalten, sagte er. Dort habe er nicht schlafen können, weil die Betten aus Metall seien und die anderen Bewohner den Container unter Strom gesetzt hätten. Der Prozess wird im Dezember fortgesetzt. (pid)

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