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Urbanes Quartier am Göttinger Bahnhof: Ausschuss segnet fünfeinhalb Obergeschosse ab

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Von: Bernd Schlegel

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Dieser Gebäudekomplex wird abgerissen: Dort war in Göttingen die Hauptpost zu finden.
Dieser Gebäudekomplex wird abgerissen: Dort war in Göttingen die Hauptpost zu finden. © Bernd Schlegel

Mit den Planungen für ein neues und urbanes Quartier am Göttinger Bahnhof kann es weitergehen. Eine wichtige Entscheidung dafür ist gefallen.

Göttingen – Das ist eine wichtige Entscheidung: Das künftige urbane Quartier am Bahnhofsvorplatz in Göttingen mit Gewerbe und 160 Wohnungen soll fünfeinhalb Obergeschosse haben.

Das beschloss der Bauausschuss mit großer Mehrheit. Damit fiel eine wichtige Vorentscheidung. Unter anderem diese Vorgabe soll in den Städtebaulichen Vertrag einfließen, der in den kommenden Wochen und Monaten erarbeitet werden soll.

Berliner Büro „Chipperfield Architects“ gewann Wettbewerb

Hinter dem 60-Millionen-Euro-Projekt steckt die „Erste Näder Projektentwicklungsgesellschaft“ von Ottobock-Chef Prof. Hans Georg Näder. Zur Vorbereitung der zukünftigen Gestaltung des Quartiers gab es einen Architekturwettbewerb, den das Berliner Büro „Chipperfield Architects“ gewann.

Die jetzt ausgewählte Variante unterscheidet sich im Hinblick auf den ursprünglichen Siegerentwurf vor allem durch eine „stärkere Gliederung des Baukörpers“, so die Stadtverwaltung. Die „dadurch entstehenden Vor- und Rücksprünge“ ermöglichen eine bessere Verzahnung mit der Umgebung. Die unterschiedlichen Höhen der Gebäudeteile, sechs Obergeschosse zu den Bahngleisen, fünf Geschosse zum Bahnhofsvorplatz und zur Innenstadt, nehmen laut Verwaltung stärker Bezug auf die bestehende Bebauung. Außerdem biete die vom Bauausschuss befürwortete Variante durch einen größeren Abstand des künftigen Quartiers zum Bahnhofsgebäude mehr Raum. Damit werde ein „adäquater Übergang zwischen alt und neu“ geschaffen.

Diskussion im Bauausschuss

Im Vorfeld der Entscheidung hatte eine größere Diskussion um die Höhe des künftigen Ensembles gegeben – auch noch während der Sitzung des Bauausschusses.

Nach Ansicht von Göttingens Bau- und Umweltdezernent Frithjof Look werde mit dem Projekt eine „deutliche Architektursprache“ erzählt. „Die räumliche Klarheit“ sei nur zu begrüßen. Mit Blick auf die Innenentwicklung in Göttingen sei es notwendig, diesen „neuen Stadtbaustein“ zu entwickeln. Die Ausschussmitglieder Sylvia Binkenstein (SPD) und Dr. Francisco Welter-Schultes (Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung) kritisierten die Höhe des Gebäudekomplexes während der Sitzung. Lob kam von Julian Schlumberger (Grüne) unter anderem für die Verwendung von Holz bei der Realisierung.

Auswirkungen auf ein anderes Bauprojekt?

Spannend ist nun, welche Auswirkungen die Entscheidung auf das Neubauprojekt am Weender Tor in Göttingen. Auch dort gibt es seit Monaten Diskussionen um die Höhe des künftigen Baukörpers. Kritiker sprechen dort von einem „Investoren-Monstrum“.

Weitere Informationen gibt es hier. (Bernd Schlegel)

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