16-Jähriger durch drei Operationen geholfen

Hilfe für querschnittsgelähmtes Mädchen: Elma kann wieder gehen

Elma kann wieder gehen.

Göttingen. Das Schicksal hatte die 16-jährige Elma aus Pecs in Ungarn hart getroffen: Nach einer Wirbelsäulen-Operation wachte sie mit einer Querschnittslähmung aus der Narkose auf. Jetzt haben Spezialisten des Kinderoperativen Zentrums (OPKiZ) der Universitätsmedizin Elma nach drei Operationen in Göttingen wieder auf die Beine gebracht.

Sie ist gesund und kann wieder laufen.

Den Kontakt zum OPKiZ hatte ein Freund von Elma´s Familie, ein Professor in Göttingen, hergestellt. Er wusste darum, dass bei der Operation in Pecs, mit der die Wirbelsäulenkrümmung beseitigt werden sollte, Komplikationen mit schlimmen Folgen aufgetreten waren: Querschnittslähmung, keine Beweglichkeit der Beine und Kontrolle der Ausscheidungsorgane. Die Ärzte in Pecs wussten nicht weiter.

Anders in der Göttinger Uni-Klinik: Die Diagnose im OPKiZ ergab, dass Elma zudem unter einem – zum Glück gutartigen – Tumor an der Wirbelsäule litt, der aber bis in den Rückenmarkskanal reichte. Mit einem Operationsmikroskop entfernte Prof. Dr. Hans-Christoph Ludwig, Leiter der Kinderneurochirurgie, den Tumor, der jedoch schon das Knochenmark angegriffen hatte. Die Wirbelsäule war zudem durch die Operation in Ungarn instabil. Das bedeutete: Elma musste ins Gipskorsett zur Stabilisierung.

Dr. Fritz Kahl schließlich sorgte dafür, dass Elma ihre Blase wieder kontrollieren konnte.

Nach den beiden Operationen begann die Rehabilitation. Elma musste trainieren, täglich standen die Übungen mit Physiotherapeuten und Sportlehrern auf dem Programm – vor allem die Beinmuskulatur musste gestärkt, dazu die Koordination verbessert werden. Und Elma zog mit, zeigte allen Beteiligten, welch´ Regenerationspotenzial in jungen Menschen steckt.

„Sie hat eisernen Willen gezeigt, unermüdlich trainiert und dafür das beste Ergebnis erhalten“, ist Ludwig begeistert.

Dann folgte die dritte Operation. Prof. Dr. Anna Hell und das Team stabilisierte einer zwölfstündigen Operation die Wirbelsäule. Wirbelkörper wurden mit Schrauben fixiert und die Wirbelsäule mittels zwei Titanstäben langsam aufgerichtet. Dabei galt es, die vorgeschädigte Wirbelsäule nicht noch einmal zu beschädigen und die Nervenfunktion zu erhalten. Anna Hell zeigte sich am Ende glücklich, dass der Mammuteingriff gelungen ist.

Die Folge: Elma konnte sechs Monate nach der Ankunft die Uni-Klinik mit ihrem Vater wieder verlassen – mit dem gewaltigen Unterschied, dass sie das auf eigenen Füßen tat. Für die 16-Jährige hat damit ein anderes Leben begonnen – dank der Ärzte und Therapeuten des Kinderoperativen Zentrums. (tko)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.