Rachemord-Prozess: Urteil soll im Januar gesprochen werden

Seit drei Monaten läuft der Rachemord-Prozess: Das Urteil soll im neuen Jahr gesprochen werden. Foto: Jelinek

Göttingen/Reiffenhausen. Der Prozess um den mutmaßlichen Rachemord in Reiffenhausen wird sich noch bis ins neue Jahr hinziehen.

Das hat der Vorsitzende Richter Ralf Günther am Donnerstag im Prozess vor dem Landgericht Göttingen bekanntgegeben.

Die Kammer werde ihr Urteil voraussichtlich Anfang Januar verkünden, sagte er. Die Plädoyers werden möglicherweise noch im Dezember gehalten.

Der Prozess hat vor genau drei Monaten begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-jährigen Angeklagten vor, Anfang Februar den 27-jährigen Bruder seiner damaligen Freundin erschossen zu haben. Zuvor soll er sein Opfer mit einer fingierten Flirt-SMS in die Feldmark gelockt haben. Der Angeklagte habe sich dafür rächen wollen, dass der Bruder ihn mehrerer Diebstähle überführt hatte und er deswegen aus dem Haus hatte ausziehen müssen, in dem seine Freundin mit ihren Eltern und ihrem Bruder lebte.

Pizza bestellt

Angehörige des Angeklagten hatten ausgesagt, dass der 29-Jährige am mutmaßlichen Tatabend unterwegs gewesen sei und auf dem Rückweg für die Familie Pizza mitgebracht habe. Ein Mitarbeiter des Imbisses hatte den Angeklagten bei der Befragung durch die Polizei auf den ihm vorgelegten Fotos wiedererkannt. Der Mann habe an dem Abend mehrere Pizzen bestellt, berichtete er als Zeuge vor Gericht. Er habe die Pizzen fertig gemacht, auf den Tresen gelegt und dem Kunden Bescheid gesagt. Dieser sei aber zunächst weiter im Nebenraum sitzen geblieben. Erst nach etwa einer Dreiviertelstunde, als die Pizzen bereits abgekühlt waren, sei er an den Tresen gekommen, habe gezahlt und den Laden mit den Kartons verlassen. Es habe ihn sehr gewundert, dass dieser so lange gewartet habe. Normalerweise würden Kunden eher ungeduldig werden.

Fotos

Ein Arbeitskollege des Angeklagten gab an, dass er nach dem mutmaßlichen Tattag nichts Auffälliges an dem 29-Jährigen bemerkt habe. Der Kollege war damals Zeuge, als die Polizei den Angeklagten festnahm. Er sei geschockt gewesen, „wie eigentlich jeder von uns.“ 

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