Göttingen

Radfernwege: Landkreis Göttingen will Eigentümer von Wirtschaftswegen unterstützten

Kreisrätin Christel Wemheuer, ihre Kollegin Sissi Karnehm-Wolf vom Fachdienst Kreisstraßen und Radverkehr sowie die übrigen Teilnehmer stehen auf einem Feldweg vor einem Traktor neben Schildern
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Kreisrätin Christel Wemheuer (vorne links), ihre Kollegin Sissi Karnehm-Wolf vom Fachdienst Kreisstraßen und Radverkehr (rechts) sowie die übrigen Teilnehmer warben beim Ortstermin in Niedernjesa unter anderem für mehr Rücksichtnahme zwischen Radfahrern und Landwirten auf deren Wirtschaftswegen.

Weil Wirtschaftswege für den regionalen Radfernverkehr wichtig sind, will der Landkreis Göttingen die Eigentümer nun bei der Unterhaltung der Wirtschaftswege unterstützen.

Göttingen – Der Landkreis Göttingen will künftig die Eigentümer von Wirtschaftswegen, die als Teil des regionalen Radfernwegenetzes genutzt werden, bei der Pflege und Unterhaltung unterstützen.

Dafür soll jetzt mit den betroffenen Realgemeinden, Feldmarkinteressenschaften und anderen Formen von land- und forstwirtschaftlichen Weggenossenschaften eine entsprechende Vereinbarung getroffen werden.

Radfernwege im Landkreis Göttingen: Für Alltags- und Freizeitradverkehr wichtig

„Sowohl der Alltags- als auch der Freizeitradverkehr nehmen in den letzten Jahren stark zu“, sagte Kreisrätin Christel Wemheuer am Montag, 7. Juni, bei einem Ortstermin an einem Wirtschaftsweg bei Niedernjesa, der Teil von gleich drei Radfernwegen ist: dem Leine-Heide-Radweg, dem Weser-Harz-Heide-Radfernweg und dem Leine-Rhume-Hahle-Radweg.

„Mangels ausreichend straßenbegleitender Radwege an Bundes- und Landesstraßen führen knapp 80 Prozent des Radroutennetzes im Landkreis Göttingen über Wirtschaftswege“, so Wemheuer.

Weil es – anders als in anderen Landesteilen – so sei, dass diese Feld- und Wirtschaftswege nicht den Kommunen gehören, „sind wir vom Landkreis seit 15 Jahren mit dem Landvolk in intensivem Austausch zur Nutzung von Wirtschaftswegen“, meinte die Kreisrätin.

Radfernwege im Landkreis Göttingen: 170 Kilometer Strecke

Schließlich wünschten sich die privaten Eigentümer nicht nur Rechtssicherheit, sondern auch gegenseitige Rücksichtnahme bei der öffentlichen Nutzung ihrer Wege, da sie mit ihren großen Landmaschinen oft nicht gut ausweichen können und sowohl bei der Landbestellung als auch bei der Ernte schnell vorankommen wollen.

Um diesen Wunsch zu unterstützen, stellte der Landkreis jetzt an den Radfernwegen (mehr als 170 Kilometer Strecke im Kreisgebiet) Schilder auf, die eben zu dieser gegenseitigen Rücksichtnahme auffordern.

Radfernwege im Landkreis Göttingen: Wichtige Bedeutung

„Die Radfernwege sind sowohl für den Alltags- als auch für den Freizeitradverkehr wichtige Verbindungsachsen in unserem Radroutennetz“, betonte Sissi Karnehm-Wolf vom Fachdienst Kreisstraßen und Radverkehr des Landkreises Göttingen.

„Aufgrund ihrer überregionalen Vermarktung und der touristischen Nutzung durch Fernradfahrende haben sie eine wichtige Bedeutung für die Außenwirkung der Region.“

Radfernwege im Landkreis Göttingen: Streckenkontrolle, Ausbesserungen, Bewuchs zurückschneiden

Die Radfernwege seien einheitlich beschildert und führten seit vielen Jahren auf Radverkehrsanlagen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, aber in Abschnitten eben auch über Wirtschaftswege der Land- und Forstwirtschaft.

„Neben einer regelmäßigen Streckenkontrolle übernimmt der Landkreis künftig nicht nur Reinigung und Unterhaltung der Wegweisung, sondern wird gegebenenfalls auch Schlaglöcher ausbessern und störenden Bewuchs zurückschneiden“, kündigte Christel Wemheuer an.

Radfernwege im Landkreis Göttingen: „Als Landkreis Verantwortung übernehmen“

Einen Beschluss über die Bereitstellung entsprechender Geldmittel habe der Kreistag bereits Ende 2020 gefasst. „Es geht darum, als Landkreis Verantwortung zu übernehmen und die Wegeeigentümer nicht allein dastehen zu lassen“, so Wemheuer.

Jetzt gelte es nur noch, mit den betroffenen Feldmarken und Realverbänden Vereinbarungen zu schließen, um diese Unterstützung endgültig zu regeln. (Per Schröter)

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