Radierungen: Wertvolle Geschenke für die Uni-Sammlung

Wertvolle Radierung: Ein privater Sammler hat der Uni Göttingen dieses Werk von Johann Philipp Walther geschenkt. Es zeigt, wie Albrecht Dürer in die Lehre zu Michael Wohlgemuth kommt. Repro: Uni Göttingen/nh

Göttingen. Die Kunstsammlung der Universität Göttingen hat überraschend ein wertvolles Geschenk erhalten. Ein privater Sammler hat der Kunstsammlung eine äußerst seltene Serie von Radierungen des Nürnberger Künstlers Johann Philipp Walther (1798 bis 1868) geschenkt.

Die Bilder zeigen Szenen aus dem Leben Albrecht Dürers (1471 bis 1528) und werden in der kommenden Sonderausstellung in der Kunstsammlung eine zentrale Rolle einnehmen. Aus diesem Anlass wird Christine Hübner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen Seminar, als Kunstwerk des Monats April nicht wie ursprünglich vorgesehen „Raffaels Tod“ von Niccola Ulacacci vorstellen, sondern stattdessen den jüngsten Neuzugang der Sammlung. Ihr Vortrag beginnt am Sonntag, 12. April 2015, um 11.30 Uhr im Hörsaal des Auditoriums, Weender Landstraße 2.

Die sieben Radierungen dokumentieren den Höhepunkt der Nürnberger Feier zum 300. Todestag Albrecht Dürers im April 1828. Zahlreiche Künstler waren damals nach Nürnberg gereist, um die Feierlichkeiten mitzugestalten. Im großen Saal des Nürnberger Rathauses wurde hierfür ein Aufbau errichtet, der dem Chor einer gotischen Kirche nachempfunden war.

Die Architektur dieses Aufbaus beinhaltete – gleichsam als beleuchtete Kirchenfenster – sieben Transparentgemälde mit Szenen aus dem Leben Dürers. Die Gemälde wurden bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts in Nürnberg aufbewahrt, sind heute allerdings nicht mehr auffindbar. Der Nürnberger Grafiker und Verleger Johann Philipp Walther hatte sie jedoch 1828 in Nachzeichnungen dokumentiert und als Serie von Radierungen herausgegeben.

Die Sonderausstellung „Sterbliche Götter – Raffael und Dürer in der Kunst der deutschen Romantik“ ist vom 19. April bis 19. Juli in der Kunstsammlung der Universität Göttingen, Nikolausberger Weg 15, zu sehen. Sie ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet. (bsc)

Kontakt: Universität Göttingen, Kunstgeschichtliches Seminar und Kunstsammlung, Nikolausberger Weg 15, 37073 Göttingen, Tel. 05 51/39-5092.

www.uni-goettingen.de/de/kunstsammlung/304930.html

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