Göttinger Sparkassen-Chef Hald: Schwere Zeiten für die Banken

Ernster Blick in die Zukunft: Göttingens Sparkassen-Chef Rainer Hald. Im Vordergrund der „Banken-Oscar“ als Großer Preis des Mittelstandes für die Bank des Jahres 2014. Foto: Papenheim

Göttingen. Göttingens Sparkassen-Chef Rainer Hald sagt den Banken angesichts niedriger Zinsen schwere Zeiten voraus, sieht sein eigenes Haus aber gut gerüstet für die Zukunft.

In diesem Jahr hoffen Hald und seine Vorstandskollegen auf ein ähnliches Ergebnis wie 2014. Und das konnte sich sehen lassen.

Die Bilanzsumme ist mit 2,7 Milliarden Euro unverändert groß. Gegen den Branchentrend verbesserte die Sparkasse ihr Betriebsergebnis um fünf Prozent auf knapp 27 Millionen Euro. Hald: „Das ist bemerkenswert positiv.“

Trotz der großen Tilgungssumme von 300 Millionen Euro konnte die Sparkasse dank neuer Darlehen über 320 Millionen Euro ihr Kreditvolumen um 24 Millionen auf knapp 2,3 Milliarden Euro erhöhen. Davon entfallen 1,2 Milliarden Euro auf regionale Unternehmen. Mit seinem Engagement auch in Betrieben, die in Schieflage geraten sind, konnte der südniedersächsische Marktführer mehr als 500 Arbeitsplätze in Göttingen und der Region retten, betonte Hald Stellvertreter André Schüller.

Trotz der bundesweit zurückgehenden Sparquote angesichts des niedrigen Zinsniveaus gelang es dem Göttinger Geldhaus, die Kundeneinlagen um 20 Millionen Euro auf den historischen Höchststand von 1,9 Milliarden Euro zu steigern. Diesen Zuwachs führt die Sparkasse sowohl auf innovative Produkte wie Spareinlagen mit zeitlich gestaffelter Fälligkeit als auch auf ihre Kundennähe zurück. Pro Jahr investiert das Geldhaus nach eigenen Angaben eine Million Euro in sein Filialnetz, das 28 Zweigstellen mit Personal und 21 SB-Filialen umfasst. 2015 entsteht in Göttingen-Grone ein Neubau für eine Million Euro. Vorstandsmitglied Jörg Sebode: „Nah am Kunden zu sein ist der genetische Code der Sparkasse. Wir bleiben in der Fläche.“

Ihren Kunden will die Sparkasse auch elektronisch entgegenkommen. Mit der Anwendung „GiroCheckout“ soll der Bezahlvorgang in Online-Shops preiswerter und vor allem sicherer als bei ausländischen Bezahlsystemen werden. Zusammen mit der Kasseler Sparkasse sind die Göttinger außerdem zwei Jahre lang Testmarkt für kontaktloses Bezahlen mit dem Handy. Dazu muss allerdings eine siebenstellige Summe in Hard- und Software bei den Händlern investiert werden, rechnet Hald vor.

Als Marktführer in Südniedersachsen ist die Sparkasse auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und nach eigenen Angaben mit 5,4 Millionen Euro jährlich einer der größten und verlässlichsten Steuerzahler der Region. Die Ausbildungsquote ist mit 9,6 Prozent ausgesprochen hoch. 2014 wurden neben allen 28 eigenen Auszubildenden auch fünf Mitarbeiter anderer Banken übernommen. Die Beschäftigtenzahl sank trotzdem von 724 auf 706, weil viele ältere Mitarbeiter vorgezogen in Rente gingen.

Von Christoph Papenheim

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.