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Rassismuskritisch leben: Tupoka Ogette begeistert Göttinger Publikum

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Von: Kim Henneking

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TV-Moderatorin Najima El Moussaoui (links) zusammen mit Autorin Tupoka Ogette im Alten Rathaus in Göttingen.
TV-Moderatorin Najima El Moussaoui (links) zusammen mit Autorin Tupoka Ogette im Alten Rathaus in Göttingen. Das Publikum war begeistert. © Kim Henneking

Autorin Tupoka Ogette liest beim Göttinger Literaturherbst aus „Und jetzt du. Rassismuskritisch leben.“. Und begeistert damit das Publikum.

Göttingen – „Woher kommst du?“ Das ist eine Frage, mit der Menschen mit Migrationshintergrund oft konfrontiert werden. „Die Frage an sich ist nicht problematisch. Wie mit der Antwort umgegangen wird schon“, sagt Tupoka Ogette. Die Berlinerin stellte am Samstagabend im Gespräch mit TV-Moderatorin Najima El Moussaoui ihr Buch „Und jetzt du. Rassismuskritisch leben“ in Göttingen vor.

Die Frage nach der Herkunft werde dann problematisch, wenn die Antwort nicht vom Fragesteller akzeptiert wird und „woher kommen Sie wirklich?“ folgt. „Die Frage hat mehr mit dem Fragenden zu tun, als mit dem Befragten“, sagt Ogette. Denn der Fragesteller versuche, seine eigenen Vorstellungen zu bestätigen, bis eine passende Antwort gegeben wird.

Autorin Tupoka Ogette macht beim Literaturherbst auf rassistische Sozialisierung aufmerksam

Auf rassistische Sozialisierung wie diese aufmerksam zu machen und darüber zu sprechen hat sich Tupoka Ogette zur Lebensaufgabe gemacht. Drei Bücher hat sie zu dem Thema geschrieben, führt einen Podcast und ein Weiterbildungszentrum.

In ihrem aktuellen Buch, aus dem sie Ausschnitte beim Göttinger Literaturherbst vorstellte, schreibt sie über persönliche Rassismuserfahrungen. Ihre Berichte schockierten das Publikum in der voll besetzten Rathaushalle hörbar. Wut und Ohnmacht erlebe auch sie häufig, erzählt Ogette. Doch sie versuche, sie klein zu halten. Kraft schöpfe sie durch ihre Kinder.

Mit ihrem Buch gibt sie eine Anleitung zum rassismuskritischen Denken und Leben. Und das ist beim Göttinger Publikum mit Begeisterung aufgenommen worden. „Ich werde nicht aufhören, in meinem Umweld darauf aufmerksam zu machen“, sagte Kira Maier.

Sie war gemeinsam mit Jana Franke aus Bielefeld angereist, um Tupoka Ogette live zu hören. „Das sollte Pflichtlektüre in der Schule sein“, sagte Franke. Die beiden Frauen stellten sich an die lange Schlange zum Signieren an. Ihre Bücher hatten sie schon dabei.

Publikum begeistert von Tupoka Ogette: „Buch sollte Pflichtlektüre in der Schule werden“

„Es ist traurig und erschreckend, dass sich in den letzten Jahrzehnten nichts geändert hat“, sagte Besucher Christoph Ehlert. „Das war sehr bewegend und stößt auf Selbstverständlichkeiten im eigenen Leben“, fügte Mareike Ehlert an.

„Ich war verwundert über den Bericht aus der Schule, weil ich es selbst nicht so erlebt habe“, sagte Nicolas Goldmann. Umso interessanter sei die Erkenntnis für sein Lehramtsstudium. Er wolle so viel zur Verbesserung beitragen wie möglich. (kim)

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