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Brutaler Raubüberfall in Göttingen: Staatsanwalt fordert hohe Haftstrafe

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Von: Heidi Niemann

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Das Landgericht Göttingen.
Das Landgericht Göttingen will sein Urteil in dem Prozess kommende Woche verkünden. Archi © Bernd Schlegel

Für einen brutalen Raubüberfall in Göttingen, bei dem ein Rentner in der Folge stirbt, fordert die Staatsanwaltschaft eine hohe Haftstrafe.

Göttingen – Wegen eines brutalen Raubüberfalls auf einen Rentner in Göttingen soll ein 41-jähriger Angeklagter für elf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer nun vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Göttingen gefordert.

Die Beweisaufnahme in dem seit Ende August laufenden Prozess habe ergeben, dass der 41-jährige Rumäne gemeinsam mit einem bislang unbekannten Mittäter im September 2018 einen 87-jährigen Rentner in dessen Wohnung überfallen und ausgeraubt habe.

Brutaler Raubüberfall in Göttingen: Angeklagter soll elfeinhalb Jahre in Haft

Der Rentner wurde dabei so schwer verletzt, dass er zehn Tage später in einem Krankenhaus an den Folgen verstarb. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat sich der Angeklagte damit des Raubes mit Todesfolge schuldig gemacht.

Der Verteidiger des Angeklagten habe dagegen auf Freispruch plädiert, teilte ein Gerichtssprecher mit. Für den Fall, dass das Schwurgericht seinen Mandanten für schuldig befinden sollte, habe der Anwalt beantragt, den 41-Jährigen wegen besonders schweren Raubes mit fahrlässiger Körperverletzung zu verurteilen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Anklage vor knapp drei Jahren im Dezember 2019 erhoben. Demnach soll der 41-Jährige am Tattag gegen 13 Uhr gemeinsam mit einem Komplizen an der Wohnungstür des 87-Jährigen im ersten Obergeschoss eines Mehrparteienhauses im Narzissenweg geklingelt haben.

Er habe sich dann als Verkäufer eines Straßenmagazins ausgegeben, worauf ihm der Rentner Zutritt zur Wohnung gewährt habe. Dort soll der Angeklagte dem 87-Jährigen eine Decke über den Kopf gestülpt und ihn auf das Sofa geschubst haben.

Der Mittäter habe das Opfer mit einer Schnur an den Handgelenken gefesselt und die Schnur um das Tischbein geknotet. Der 87-Jährige sei dann noch mit einer Paketschnur um die Fußgelenke gefesselt und unter dem Couchtisch zum Liegen gebracht worden.

Täter stehlen EC-Karte, Goldmünzen und Uhren

Der Mittäter habe die Schränke und sonstigen Behältnisse in der Wohnung nach Wertsachen durchsucht. Die beiden Männer hätten unter anderem eine Geldbörse mit der ec-Karte des Opfers sowie zahlreiche Goldmünzen und Uhren an sich genommen und dann die Wohnung verlassen.

Der Rentner erlitt bei dem Überfall unter anderem eine Fraktur des linken Armes sowie zahlreiche Hämatome. Er wurde nach der Tat in ein Göttinger Krankenhaus gebracht. Dort stellte sich heraus, dass der Oberarmbruch operiert werden musste. Im Verlauf der Behandlung kam es unter anderem zu einem Lungenödem, einer Herzrhythmusstörung und einer Lungenentzündung.

Anderthalb Wochen nach dem Überfall verstarb der 87-Jährige. Eine rechtsmedizinische Untersuchung habe ergeben, dass es einen kausalen Zusammenhang zu dem Tatgeschehen gebe, teilte die Polizei damals mit.

Trotz einer zehnköpfigen Ermittlungsgruppe und vielen intensiven Maßnahmen, um an Hinweise zu gelangen, tappten die Fahnder mit ihren Ermittlungen lange Zeit im Dunkeln. Das Gericht will sein Urteil in der kommenden Woche verkünden. (Heidi Niemann)

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