Urteil in Prozess

Raubüberfall in Villa: Gericht ordnet Sicherungsverwahrung für Duo an

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier fiel am Donnerstag das Urteil.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier fiel am Donnerstag das Urteil. (Archivbild)

Beide Männer haben bereits viele Jahre im Gefängnis verbracht - jetzt sollen sie auf nicht absehbare Zeit hinter Gittern bleiben, möglicherweise sogar für den Rest ihres Lebens.

Göttingen – Das Landgericht Göttingen hat zwei 67 und 54 Jahre alte Männer wegen schweren Raubes zu Gesamtfreiheitsstrafen von zwölf beziehungsweise elf Jahren verurteilt. Das Gericht ordnete für beide Angeklagte neben der langjährigen Freiheitsstrafe auch Sicherungsverwahrung an. Beide hätten einen Hang zu erheblichen Straftaten und seien daher für die Allgemeinheit gefährlich. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass sie im Januar 2020 eine Frau im Göttinger Stadtteil Hetjershausen in deren Villa überfallen und ausgeraubt hatten. Der 54-Jährige habe außerdem im November 2017 die Ehefrau eines Unternehmers in Rosdorf in ihrem Wohnhaus überfallen und auszurauben versucht.

Das Gericht entsprach mit seinem Urteil im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger hatten dagegen auf Freispruch plädiert. Die Richter waren allerdings am Ende des mehr als sieben Monate dauernden Prozesses überzeugt, dass sich die Taten so zugetragen hatten, wie es in den Anklagen beschrieben war. Die Angeklagten selbst hatten in dem Prozess geschwiegen und in ihrem Schlusswort die Vorwürfe bestritten. Das Gericht hielt sie jedoch unter anderem aufgrund von Videoaufnahmen und anderer Indizien für überführt.

Tobias Jakubetz, Vorsitzender Richter

Das Verfahren sei vor allem deshalb ungewöhnlich gewesen, weil man es selten mit Angeklagten zu tun habe, die strafrechtlich derart vorbelastet seien, sagte der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz. Der 54-jährige Angeklagte, der aus Hildesheim stammt und zuletzt in Bad Fallingbostel wohnhaft war, habe wegen zahlreicher Raubdelikte bereits rund zwei Jahrzehnte in Haft gesessen. Der 67-jährige gebürtige Lüneburger, der zuletzt in Hannover gewohnt hatte, war 1998 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und im Oktober 2017 nach 19 Jahren Haft auf Bewährung entlassen worden. Beide Angeklagte hätten sich im Knast kennengelernt, so Jakubetz. (Heidi Niemann)

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