Gerichtsprozess

Raubüberfall mit früheren Knast-Kumpanen: sechseinhalb Jahre Haft

Ein paar Hände in Handschellen.
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Urteil wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung: Ein 49-Jähriger wurde zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. (Symbolbild)

Ein 49-jähriger früherer Türsteher aus Göttingen soll mit Mithäftlingen einen Raubüberfall begangen haben. Nun die Folge: sechseinhalb Jahre Haft.

Göttingen – Ein bereits erheblich vorbestrafter 49-jähriger Mann aus Göttingen hat jetzt eine weitere hohe Haftstrafe erhalten. Das Landgericht Darmstadt verurteilte den früheren Türsteher wegen besonders schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass er gemeinsam mit zwei Mitangeklagten, die er aus dem Knast kannte, im Oktober 2019 einen bewaffneten Überfall auf eine Frau im hessischen Bensheim verübt hat.

Brutaler Raubüberfall: Sechseinhalb Jahre Haft für Ex-Türsteher aus Göttingen

Der 49-Jährige ist ein „alter Bekannter“ von Polizei und Justiz in Göttingen und hat bereits mehrere Jahre wegen Drogen-, Gewalt- und Raubdelikten im Gefängnis gesessen. 2011 verurteilte ihn das Landgericht Göttingen wegen schweren Raubes und unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln zu einer mehrjährigen Haftstrafe.

Den Ermittlungen zufolge soll er während seiner Haftzeit seine beiden Komplizen kennengelernt haben, die jetzt mit ihm in Darmstadt vor Gericht standen. Die beiden aus Bad Fallingbostel und Hannover stammenden Angeklagten sind gleichfalls von schwerem Kaliber.

Im April 2021 verurteilte das Landgericht Göttingen die bereits erheblich vorbestraften 55 und 68 Jahre alten Männer wegen mehrerer Raubüberfälle im Raum Göttingen zu Freiheitsstrafen von zwölf beziehungsweise elf Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung.

49-jähriger früherer Türsteher aus Göttingen war bereits vorbestraft

Diese Strafen wurden in das nun gefällte Urteil des Landgerichts Darmstadt einbezogen. Der 55-Jährige erhielt jetzt eine Freiheitsstrafe von vierzehneinhalb Jahren, für den 68-Jährigen erhöhte sich die Strafe auf 14 Jahre.

Außerdem habe die Kammer bei beiden die Sicherungsverwahrung aufrechterhalten, teilte ein Gerichtssprecher mit. Dies bedeutet, dass die Angeklagten über das Ende ihrer Haft hinaus im Gefängnis bleiben müssen, damit so die Allgemeinheit vor ihnen geschützt ist.

Damit bestätigten die Darmstädter Richter die Einschätzung ihrer Göttinger Kollegen. Diese hatten bei beiden Angeklagten die Sicherungsverwahrung angeordnet, weil beide einen Hang zu erheblichen Straftaten hätten. Der Prozess vor dem Landgericht Göttingen hatte mehr als sieben Monate gedauert.

Raubüberfall in Hessen – Beute: mehr als 20.000 Euro und Schmuck

Am Ende der Beweisaufnahme hielten es die Richter für erwiesen, dass die beiden Angeklagten im Januar 2020 eine Frau im Göttinger Stadtteil Hetjershausen in deren Villa überfallen und ausgeraubt hatten. Der 55-Jährige habe außerdem im November 2017 die Ehefrau eines Unternehmers in Rosdorf in ihrem Wohnhaus überfallen und auszurauben versucht.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Darmstadt sollen sich die drei einstigen Knast-Kumpanen damals gemeinsam von Göttingen aus nach Bensheim begeben haben, um dort in die Wohnung einer Frau einzubrechen und Bargeld aus dem Tresor zu entwenden. Später hätten die Angeklagten ihre Beute – mehr als 20.000 Euro und Schmuck – untereinander aufgeteilt. (Heidi Niemann)

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