Feuer in Lagerhalle auf Werksgelände

Nach Brand auf Sartorius-Gelände in Göttingen: Produktion kann normal weiterlaufen

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Der schwarze Rauch über dem Sartorius-Werksgelände war weithin zu sehen.

Nach dem Brand auf dem Sartorius-Gelände kann die Produktionen von Membranen normal fortgesetzt werden. Unterdessen stellte sich heraus: Eine Rolle mit vorproduzierten Membranen hatte sich offenbar bei einer Verpuffung selbst entzündet.

Aktualisiert am 26.8. um 8.25 Uhr - Die Produktion der Membranen kann normal weiterlaufen, da noch genügend Rohstoffe vorhanden sind.  Das sagte Sartorius-Pressesprecherin Petra Kirchhoff auf HNA-Anfrage. Warum sich die Membran-Rolle, die aus Nitrozellulose besteht, entzündet hat, ist allerdings völlig unklar. Durch den Brand entstand große Hitze. Deshalb mussten die übrigen Rollen in dem Gebäude mit Wasser gekühlt werden. Jetzt soll mit externen und internen Experten geprüft werden, warum sich die eine Rolle in Brand gesetzt hat. In dem betroffenen Bereich sind etwa 30 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt arbeiten am Standort Grone etwa 1000 der über 3000 Sartorius-Mitarbeiter in der Produktion.

Sprinkleranlage löste direkt aus

Da laut Satorius die Sprinkleranlage direkt ausgelöst hat und die Feuerwehr zügig vor Ort war, wurde der Brand schnell eingedämmt und ein Übergreifen des Feuers auf weitere Membranrollen verhindert. „Dennoch sind die weiteren Membranrollen durch das Löschwasser für die Weiterverarbeitung unbrauchbar geworden“, so Kirchhoff. Grund für den langen Einsatz der Feuerwehr bis in die Nacht war nach ihren Angaben, dass die Gefahr bestand, dass sich durch die große Hitze weiteres Membranmaterial entzünden könnte.

Schwarzer Rauch über Werksgelände

Am Samstag war schwarzer Rauch war  über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen: Gegen 13.45 Uhr war der Brand auf dem Werksgelände ausgebrochen.

Bei dem Einsatz war gegen 2.30 Uhr in der Nacht zum Sonntag, also nach mehr als zwölf Stunden, offiziell "Feuer aus" gemeldet worden. Verletzt wurde niemand.

"Wir hatten mit über 100 Einsatzkräften einen enormen Personaleinsatz", sagte Frank Gloth von der Feuerwehr Göttingen. Erschwerend kam hinzu, dass die Kräfte nur unter Atemschutz vorgehen konnten. Das betroffene Zwischenlager ist komplett ausgebrannt. Aber das Feuer konnte auf diesen Bereich begrenzt werden.

Die Polizei hatte zunächst gemeldet, dass der Rauch in unmittelbarer Nähe möglicherweise giftig sein könnte. Fenster und Türen sollten deshalb vorsichtshalber geschlossen bleiben. Es brannte nach ersten Informationen ein Zwischenlager mit Nitrozellulose, das für die Membran-Herstellung des Unternehmens benötigt wird. Sartorius selbst stellt die Lage folgendermaßen dar: "Die Luft in der Umgebung des Brandes wurde aus Vorsichtsgründen von Fachleuten der Feuerwehr ständig kontrolliert und wies keine Werte auf, die Sicherheitsmaßnahmen erfordert hätten." 

Am Anfang war nach HNA-Informationen ein direktes Löschen in dem Zwischenlager aufgrund der Gefährdungslage nicht möglich. Nitrozellulose ist "brandfördernd". Später drangen Löschtrupps in das Lager ein und konnten den Brand gegen 17.30 Uhr unter Kontrolle bringen.

Einsatz für die Rettungskräfte in Göttingen: Es brennt auf dem Werksgelände von Sartorius.

Der Einsatz zog sich noch bis in die Abendstunden hinein hin. Die Nitrozellulose-Rollen wurden während des Einsatzes ins Freie gebracht. Dazu war ein Teleskoplader im Einsatz. Die Rollen wurden in einen mit Wasser gefüllten Container geladen. Dazu war ein Loch in die Außenwand des Gebäudes geschnitten worden. Auch mit der Beseitigung des Löschwassers waren die Einsatzkräfte am Abend beschäftigt. Insgesamt 900 Kubikmeter Löschwasser wurden abgepumpt.

Die Ursache für das Feuer ist nach Unternehmensdarstellung völlig unklar, ebenso die Schadenshöhe. Feuerwehr und Rettungsdienste waren im Großeinsatz. Die Rauch- und Alarmmelder auf dem Werksgelände schlugen an. Sie waren auch außerhalb des Werksgeländes zu hören.

Sartorius machte noch am Samstag deutlich: "Die genaue Entstehung des Brandes wird nun untersucht. Sartorius wird ebenfalls untersuchen, welche Maßnahmen eingeleitet werden können, um solche Vorfälle möglichst auszuschließen." Das Unternehmen dankte der Feuerwehr, der Polizei und allen am Einsatz beteiligten Fachkräften.

Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer von außen mit Drehleitern sowie im Innenangriff. Dadurch dämmten die Einsatzkräfte das Feuer ein, sagte Feuerwehrsprecher Frank Gloth gegenüber der HNA.

Er lobte die Brandmeldeanlage, die in dem Gebäude verbaut ist. Sie habe frühzeitig angeschlagen. Außerdem habe die Sprinkleranlage ausgelöst und dafür gesorgt, dass sich der Brand nicht weiter ausbreitet. Außerdem habe der Fahrer eines Rettungswagens die Rauchentwicklung beobachtet. Deshalb habe man schnell viele Kräfte alarmieren können, sagte Gloth. Das bestätigte auch Sartorius: "Wie in unseren Sicherheitssystemen vorgesehen, hat die Sprinkleranlage in dem betroffenen Gebäudebereich ausgelöst, die Feuerwehr wurde automatisch informiert, war zügig vor Ort und konnte den Brand rasch kontrollieren", hieß es vom Unternehmen.

Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr sowie die Freiwilligen Feuerwehren Grone, Stadtmitte und Holtensen - insgesamt 75 Aktive. Den Brandschutz in der Uni-Stadt stellten derweil andere Freiwillige Feuerwehren sicher. Um den Großeinsatz koordinieren zu können, war der Einsatzleitwagen 2, eine Art mobile Leitstelle, vor Ort. Um die Einsatzkräfte mit Getränken und Speisen versorgen zu können, war auch die Versorgungsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Göttingen im Einsatz.

THW unterstützte die Einsatzkräfte

Das Technische Hilfswerk (THW) unterstützte die Einsatzkräfte der Feuerwehr ab dem frühen Abend. Ein THW-Fachberater beriet die Einsatzleitung vor Ort. Die THW-Ortsverbände aus Göttingen und Einbeck stellten die ganze Nacht eine umfassende Ausleuchtung der Einsatzstelle mit Lichtmasten und Scheinwerfern sicher. Zusätzlich brachten die  Einsatzkräfte des THW leistungsstarke Pumpen in den Einsatz, um das Löschwasser aus tiefer gelegenen Gebäudeteilen abzupumpen.  20 Spezialisten des THW waren dafür im Einsatz.

Von der Lage machten sich auch Göttingens Erster Stadtrat und Feuerwehrdezernent Christian Schmetz ein Bild. Er wurde von Dr. Martin Schäfer, Chef der Berufsfeuerwehr, begleitet.

Hier war die Einsatzstelle zu finden:

Die Polizei sperrte den Bereich um das Werksgelände weiträumig ab. Drei Straßen, die Hermann-Kolbe-Straße, die Otto-Brenner-Straße und die August-Spindler-Straße, waren gesperrt. Deshalb mussten Autofahrer das Gebiet umfahren. Erst am Freitag mussten die Berufsfeuerwehr zu Sartorius. Grund: Ein Container brannte auf dem Werksgelände. Dieses Feuer war schnell unter Kontrolle.

Hintergrund: Das ist Nitrozellulose

Nitrozellulose oder Cellulosenitrat (auch Zellulosenitrat) ist ein wichtiger Grundstoff und eine weiße, faserige, geruch- und geschmackslose Masse, heißt es im Online-Lexikon Wikipedia. In der Molekularbiologie und Biochemie werden Membranen aus Cellulosenitrat bei verschiedenen Verfahren verwendet. Deshalb wir der Stoff bei Sartorius in der Produktion benötigt.

Der Grundstoff wird umgangssprachlich auch als Schießbaumwolle bezeichnet. Cellulosenitrat wird in der chemischen Industrie durch Umsetzung des Papiergrundstoffs Cellulose mit einer Säure hergestellt. Aus Cellulosenitrat wurde früher eine Kunstseide, die sogenannte Chardonnet-Seide hergestellt. Wegen ihrer Feuergefährlichkeit wurde die Produktion jedoch schnell wieder eingestellt. Cellulosenitrat ist auch Bestandteil von Nagellack. 

Rauch über Sartorius-Gelände in Göttingen

Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Stefan Rampfel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © 
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Bernd Schlegel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Stefan Rampfel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Stefan Rampfel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Stefan Rampfel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Stefan Rampfel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Stefan Rampfel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Stefan Rampfel
Schwarzer Rauch war am Samstag über dem Sartorius-Gelände im Göttinger Industriegebiet Grone zu sehen. Gegen 13.45 Uhr war auf dem Werksgelände ein Brand ausgebrochen. © Stefan Rampfel

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