Raumkunstwerk: Klingebiel-Zelle soll in Göttingen bleiben

Die Klingebiel-Zelle soll in Göttingen bleiben: Psychiatrie-Patienten Julius Klingebiel malte das Raumkunstwerk. Archivfoto: Niemann

Göttingen. Die unter Denkmalschutz stehende Klingebiel-Zelle soll in Göttingen bleiben. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, entsprechende Verhandlungen mit der Universität aufzunehmen, um das Kunstwerk zu erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler sagte, die Zelle gehöre zu Göttingen und müsse hier zugänglich sein. Interesse habe auch das Sprengel-Museum in Hannover. Die Stadt steht jetzt unter Zugzwang. Denn das Haus, in dem sich die Zelle befindet, soll verkauft werden. Nach den Vorstellungen der Stadt könnte die Zelle im Rahmen einer Ausstellung über die Geschichte der Psychiatrie in Göttingen gezeigt werden.

Psychiatrie-Patient Julius Klingebiel (1904 bis 1965) hat die Zelle gemalt. Er war von 1941 bis zu seinem Tod im sogenannten Verwahrhaus der Landesheil- und Pfegeanstalt Göttingen-Rosdorf, aus der später das Landeskrankenhaus Göttingen wurde, untergebracht. Die Farben rührte er aus Zahnpasta, Milch, Spucke und Kohle selbst an. Er bemalte die Wände seiner Zelle mit Landschaften, Tieren, religiösen Symbolen und Hinweisen aus der Zeitgeschichte. Den Waschtisch, die Tür, das Fenster und einen schmalen Bereich unter der Decke sparte er aus.

Denkmalschutz

Experten halten die „Klingebiel-Zelle“ für ein außergewöhnliches Raumkunstwerk. Die Zelle steht seit 2012 unter Denkmalschutz. Sie kann derzeit nicht besichtigt werden. (zhp/bsc)

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