Raumsonde Dawn: Göttinger Kamera fotografiert Planet Ceres

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Die Animation zeigt die Raumsonde Dawn: Start war im Jahr 2007. Jetzt wird der Kleinplanet Ceres erreicht.

Göttingen. Der Anflug der NASA-Sonde Dawn auf den Planeten Ceres hat begonnen. Das Kamerasystem an Bord stammt vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS).

Die Entdeckungsreise der Raumsonde im Asteroidengürtel geht damit in die zweite Runde: Nach einem mehr als einjährigen Aufenthalt am Asteroiden Vesta und einer fast zweieinhalbjährigen Weiterreise durchs All befindet sich Dawn nun im Anflug auf Ceres. Aktuelle Aufnahmen, die mithilfe des Kamerasystems an Bord gelangen, übertreffen in ihrer Detailschärfe bereits jetzt alle bisher bekannten Bilder von Ceres und enthalten erste Hinweise auf Oberflächenstrukturen. Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung betreiben das Kamerasystem und werten die Daten aus.

Der Kleinplanet Ceres ist eine geheimnisvolle Welt, über die nur wenig bekannt ist. Mit einem Durchmesser von etwa 950 Kilometern und einer nahezu kugelförmigen Gestalt erinnert Ceres eher an einen Planeten denn an die deutlich kleineren und unregelmäßig geformten Asteroiden. Wissenschaftler halten es für möglich, dass der Körper vor etwa 4,5 Milliarden Jahren auf dem besten Weg war, sich zu einem ausgewachsenen Planeten zu mausern, bevor er mitten in dieser Entwicklung stecken blieb. In Ceres ist somit ein früher Zustand unseres Sonnensystems konserviert. Ebenso aufschlussreich wie die Vergangenheit des Kleinplaneten könnte seine Zusammensetzung sein: Unter der Oberfläche vermuten Forscher eine Schicht gefrorenen oder gar flüssigen Wassers.

„Schon jetzt lassen sich erste Oberflächenstrukturen wie etwa Krater erahnen“, beschreibt Dr. Andreas Nathues vom MPS, wissenschaftlicher Leiter des Kamerasystems, die Bilder. Zudem zeigt sich ein auffälliger heller Fleck auf der Oberfläche. Nach sorgfältiger Bildprozessierung treten diese Strukturen noch klarer zu Tage. Wegen des optischen Aufbaus der Kamera übertreffen die Aufnahmen in ihrer Detailschärfe schon jetzt alle bisher bekannten des Kleinplaneten. Weitere Infos gibt es im Internet. (bsc)

www.nasa.gov/dawn

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