Sie soll im September kontrolliert abstürzen

Raumsonde aus Göttinger Institut nähert sich dem Saturn

Die Umlaufbahnen der nächsten neun Monate führen Cassini immer näher an den Saturn heran. Foto: NASA/JPL-Caltech/nh

Göttingen. Die NASA-Mission Cassini, die den Saturn, seine Ringe und Monde seit 2004 erforscht, ist in ihre letzte Phase eingetreten und nähert sich dem Planeten.

Wie das Max-Plack-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen mitteilt, soll die Raumsonde Cassini im September 2017 kontrolliert in den Saturn stürzen. Das Ende der Mission wird aber schon jetzt eingeläutet: Cassini beginnt ihre Annäherung an den Planeten. In den neun Monaten, die der Raumsonde verbleiben, soll Cassini in zwei Schritten in das weiter innen liegende Ringsystem des Gasriesen vordringen.

Auf dem Bild zu erkennen ist, wie die Sonde in einem ersten Schritt 20 mal nah am äußeren Rand des F-Rings (graue Linien) vorbei fliegt. Danach folgen Umlaufbahnen zwischen Planet und dem innersten Ring (blaue Linien). Der Sturzflug der Sonde auf den Gasriesen im September ist in Orange dargestellt. Dann wird der Treibstoff verbraucht sein und Cassini geht auf Kollisionskurs mit dem Planeten und soll bis zum letzten Moment Daten sammeln und zur Erde senden.

Auch die Forscher des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS), die an dem Cassini-Teilchendetektor MIMI beteiligt sind, hoffen auf Einblicke in einen bisher nicht aus der Nähe erforschten Teil des Saturnsystems.

Das Saturnsystem mit seinen sieben Ringen und 62 Monden ist eine einzigartige Welt. Der Gasriese selbst erzeugt ein starkes Magnetfeld, das sich weit in den Weltraum hinein erstreckt und die Flugbahnen geladener Ionen und Elektronen in der Plasma-Umgebung des Planeten bestimmt.

Diesen Teilchen – und somit dem Magnetfeld – ist das Instrument MIMI (Magnetosphere Imaging Instrument), das innerhalb der Sonde steckt und aus den Laboren des MPS stammt, auf der Spur.

Sieben Jahre Flugzeit

Cassini zählt zu den Methusalems unter den Raumsonden. Bereits 1997 startete sie auf ihre Entdeckungstour und erreichte nach knapp siebenjährigem Flug den Saturn. 2005 landete die mitgeführte Landeeinheit auf dem Saturnmond Titan. Die Bordkamera, die unter Leitung des MPS entwickelt und gebaut worden war, lieferte die ersten und bisher einzigen Bilder von der Oberfläche des größten Saturnmondes – und zeigen eine gefrorene, karge Welt. Zu den Aufsehen erregendsten Entdeckungen von Cassini gehört der Nachweis eines unterirdischen, flüssigen Ozeans auf dem Saturnmond Enceladus.

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