Wissenschaftler erforschen den Zwergplaneten

Raumsonde mit Göttinger Kamera umkreist Zwergplaneten Ceres

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Ziel erreicht: Die Raumsonde Dawn mit einem Kamerasystem des Göttinger Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung umkreist den Zwergplaneten Ceres. Das Foto zeigt ihn als Sichel aus 49.000 Kilometern Entfernung.

Göttingen. Die NASA-Raumsonde Dawn hat den Zwergplaneten Ceres erreicht. Göttinger Wissenschaftler sind mit ihrem Kamerasystem dabei.

Das Signal, dass Dawn vom Schwerefeld des Zwergplaneten eingefangen wurde, erreichte die Bodenstation am Freitag um 14.36 Uhr Mitteleuropäischer Zeit. Die Sonde ist damit das erste Raumschiff in der Geschichte, das nacheinander in eine Umlaufbahn um zwei verschiedene planetare Körper eingetreten ist. 2011 hatte Dawn den Asteroiden Vesta erreicht und ihn mehr als ein Jahr lang umrundet.

Für die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen beginnt nun die heiße Phase der Mission. Mit Hilfe ihres Kamerasystems an Bord wollen sie unter anderem Farbkarten von Ceres erstellen und so möglicherweise dem Eis des Zwergplaneten auf die Schliche kommen. Bereits in der Anflugphase hatte es erste Ansichten des Zwergplaneten geliefert. Mitte April geht das Fotoshooting richtig los. Mindestens zehntausend Aufnahmen, die zum Teil Strukturen von nur 40 Meter sichtbar machen, wollen die Wissenschaftler schießen.

Zu den Zielen der Mission gehört es, den Miniplaneten genau zu kartographieren. Zudem ist das Kamerasystem mit sieben Farbfiltern ausgestattet. Sie erlauben es, bestimmte Wellenlängenbereiche aus dem Licht, das Ceres reflektiert, herauszufiltern, die charakteristische Fingerabdrücke bestimmter Stoffe enthalten. Die Forscher können so die mineralogische Zusammensetzung der Oberfläche bestimmen.

„Viele dieser mineralogischen Unterschiede sind mit dem bloßen Auge nicht zu sehen“, erklärt Andreas Nathues, wissenschaftlicher Leiter des Kamerateams am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. „Die Farbkarten erzählen Ceres‘ wahre Geschichte und enthalten Informationen über ihre Entstehung und Evolution, die in rein topographischen Karten nicht enthalten sind.“

Auf die nächsten Bilder von Ceres wird das Team allerdings noch ein paar Wochen warten müssen. Da Dawn von der sonnenabgewandten Seite in eine Umlaufbahn um Ceres eintritt, blickt das Kamerasystem derzeit auf die Seite, die im Dunkel liegt. Die letzte Aufnahme, die vor der Ankunft am 2. März entstand, zeigt Ceres nur noch als schmale Sichel.

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