Wohnungen durchsucht

Razzia im Rotlichtmilieu: Frauen wurden zur Prostitution eingeschleust

Einsatz für die Polizei in Göttingen: Beamte durchsuchten am Donnerstag bei einer Razzia im Rotlichtmilieu eine Wohnung.
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Einsatz für die Polizei in Göttingen: Beamte durchsuchten am Donnerstag (17.12.2020) bei einer Razzia im Rotlichtmilieu eine Wohnung.

Bei einer großangelegten Razzia im Rotlichtmilieu haben Beamte der Bundespolizei auch zwei Objekte in Göttingen und Helmstedt durchsucht.

Göttingen/Frankfurt – Hintergrund ist ein umfangreiches Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Eine 43-jährige Deutsche und ein 36-jähriger chinesischer Staatsangehöriger seien aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Hanau festgenommen worden, teilte Behördensprecher Georg Ungefuk mit.

Die beiden Hauptbeschuldigten ständen im Verdacht, zwischen 2018 und 2020 mehrere chinesische Staatsangehörige unter Verwendung gefälschter oder auf andere Personen ausgestellter Ausweisdokumente nach Deutschland eingeschleust zu haben. Anschließend hätten sie die Frauen, die über keinen gültigen Aufenthaltstitel verfügten, als Prostituierte beschäftigt.

Nach Angaben der Ermittler sollen die beiden Hauptverdächtigen nach der Ankunft der aus China eingeschleusten Frauen Unterkünfte in sogenannten Terminwohnungen und Bordellbetrieben und auch den Transfer dorthin organisiert haben. Eine dieser Terminwohnungen befand sich in Göttingen. Bei der Durchsuchung habe man eine aus China stammende Frau angetroffen, die keine gültigen Ausweispapiere gehabt habe, hieß es. Weil wegen der Corona-Pandemie auch die Bordelle schließen mussten, hat sich nach den Erkenntnissen der Ermittler das Prostitutionsgewerbe inzwischen verstärkt in solche sogenannten Terminwohnungen verlagert.

Göttingen - Razzia im Rotlichtmilieu: Mehrere Straftatbestände

Die beiden Festgenommenen sollen auch entsprechende Werbeanzeigen auf diversen Internetseiten geschaltet haben. Von den Einnahmen aus der Prostitution hätten sie einen Anteil von 50 Prozent abkassiert. Außerdem werfen ihnen die Ermittler vor, die als Prostituierte beschäftigten Frauen nicht zur Sozialversicherung angemeldet und dadurch Beiträge von mehr als 200.000 Euro sowie Lohn- und Umsatzsteuer nicht abgeführt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt daher wegen einer ganzen Reihe von Straftatbeständen: Gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern, Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt, Missbrauch von Ausweispapieren, Verschaffen von falschen Adressen, Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuerhinterziehung.

Insgesamt waren bei den Durchsuchungen in fünf Bundesländern 120 Beamte der Bundespolizei im Einsatz. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurden dabei unter anderem Computer, Datenträger und schriftliche Unterlagen sichergestellt. Außerdem habe man bei mehreren Kreditinstituten Bankguthaben der Beschuldigten gesichert. (pid)

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