Vorschläge für neue Tarife

Diskussion über Reform des Verkehrsverbundes in Südniedersachsen läuft an

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Diskussion über die Tarife im Verkehrsverbund Südniedersachsen: Jetzt wurden verschiedene Varianten in einem Gutachten untersucht.

Vor 20 Jahren wurde der Verkehrsverbund Südniedersachsen aus der Taufe gehoben. Bis heute gibt es Streit um die hohen Tarife. Jetzt liegen Vorschläge für Verbesserungen auf dem Tisch.

Thema Zuschüsse

Es gibt jedoch ein entscheidendes Problem: Damit die Fahrgäste entlastet werden können, müssen Zuschüsse von den beteiligten Landkreisen Göttingen, Northeim und Holzminden fließen. Und dafür muss der politische Wille vorhanden sein. Federführend bei den Verhandlungen ist der Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen, der in der Region die Busleistungen bestellt. Im Fokus stand nach Darstellung von Geschäftsführer Michael Frömming bislang die Verbesserung des Angebots, sagte er bei einer Diskussionsveranstaltung des Fahrgastverbandes Pro Bahn. Jetzt soll es um die Tarife gehen. Die verschiedenen Varianten wurden von einem Fachbüro unter die Lupe genommen.

Teure Angebote

Frömming gibt zu, dass die Fahrten im Verkehrsverbund Südniedersachsen zum Teil zu teuer sind. Ein konkretes Beispiel: Für die knapp 20 Kilometer lange Strecke von Northeim nach Göttingen sind sechs Euro zu bezahlen, für die etwa gleichlange Strecke von Sarstedt bis in die Landeshauptstadt Hannover lediglich 4,50 Euro. Der Unterschied: In Südniedersachsen fließen vergleichsweise weniger Zuschüsse in den Nahverkehr, insbesondere von den Landkreisen.

Fünf-Euro-Ticket

Schon seit drei Jahren wird über ein Ticket diskutiert, bei den Einzelfahrten innerhalb des neuen Landkreises Göttingen maximal fünf Euro kosten sollen. Die Einführung würde nach einer Studie gut 2,1 Millionen Euro kosten. Eine Variante, bei denen ein solches Ticket erst ab 9 Uhr gilt, kostet etwa 600 000 Euro jährlich.

Sozialtarif

Viele Südniedersachsen würden auch von der Einführung eines Sozialtarifs profitieren. Doch dessen Realisierung kostet 2,3 Millionen Euro.

Zu wenig Fachkräfte

Frömming drücken noch ganz andere Probleme: Viele Verkehrsunternehmen bekommen zu wenig qualifizierte Mitarbeiter, um die Busse besetzen zu können. Die Folge: Sie können die Aufträge zum Teil überhaupt nicht annehmen. Außerdem müssen laut Michael Frömming die Landeszuschüsse für den Busverkehr in Südniedersachsen in den kommenden Jahren weiter erhöht werden, wenn das aktuelle Angebot aufrecht erhalten werden soll.

Thema Werbung

Ein weiteres Problem: Bislang wurde oft zu wenig für die Angebote geworben. Das soll sich ändern. Und für Frömming ist klar: „Die Menschen müssen die Angebote am Ende auch nutzen, sonst müssen wir Busverbindungen am Ende wieder einstellen.“

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