Die Regentrude: Kunstmärchen mit Rap und Smartphone

Altes Stück, neues Gewand: Premiere im Jungen Theater – „Die Regentrude“ mit von links Kathrin-Müller Grüß, Norman Grüß und Agnes Griese auf der Bühne, wo sie das Stück an die Jetzt-Zeit anpassen. Foto: nh

Göttingen. Mit Rap und Smartphone ist das gut 150 Jahre alte Kunstmärchen „Die Regentrude“ der Jetzt-Zeit näher gerückt. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken hat das Junge Theater (JT) die Geschichte auf die Bühne gebracht.

97 Prozent des Wassers auf der Welt ist Salzwasser. Doch obwohl nur drei Prozent für Trinkwasser bleiben, würde es für alle Menschen reichen, wenn man es gerecht verteilte. Das erfahren die Zuschauer gleich zu Anfang.

Doch was so „pädagogisch“ begonnen hat, wird doch noch zu einem Märchen. Kaum haben die Akteure Agnes Giese und Kathrin Müller-Grüß ihre Infos zum Thema Wasser über die Bühne gebracht, ziehen sie den Schwarzen Vorhang auf. Sie schieben die Paletten mit Wasserflaschen zur Seite und machen Platz für die erbarmungslose Dürre. Die nutzt der Wiesenbauer (Norman Grüß) schamlos aus, um das Land der Bäuerin Stine als Pfand für geliehenes Geld zu nehmen. Ein schönes Bild für seine Macht haben als Regieteam der künstlerische Leiter Tobias Sosinka und Intendant Nico Dietrich gefunden. Der Wiesenbauer unterschreibt den Schuldschein auf dem „Tisch“: Stines Rücken.

In ein Traumlicht wird die Bühne getaucht, wenn es um den Zauberspruch der Regentrude geht. Mit ihm soll Regen heraufbeschworen werden. Der böse Feuermann rappt die Reime. Und immer wieder kommt das Handy zum Einsatz, mit Siri wird es gar Gesprächspartner des Wiesenbauern. Weil Andrees die Worte des Feuermanns mit dem Smartphone aufnehmen kann, findet er mit seiner Freundin Maren den Weg zur Regentrude. Sie machen sich den Weg frei für ihre Hochzeit.

Die drei Schauspieler Kathrin-Müller Grüß, Norman Grüß und Agnes Giese verwandeln sich oft so schnell in neue Rollen, dass man als Zuschauer kaum glauben kann, dass wirklich sie in den neuen Kleidern stecken. Doch auf dem Weg ins Publikum scheint ihre Energie ein wenig zu verpuffen. An manchen Stellen drängt sich die Idee auf, dass die vielen Kinder im Publikum den eingängigen Zauberspruch mitsprechen sollen. Doch die Kinder wollen Zuschauer bleiben.

Für ihre Begleitung bedankte sich Intendant Dietrich bei den Patenklassen 4a und 4c von der Heinrich-Gruppe-Schule in Rosdorf. Den Gewinnern des Plakatmalwettbewerbs zur Regentrude, Zoe Joline Sennhenn, Smilla Liebermann und Lena Tamsma, überreichte er ihre Preise. Die Plakate nach dem Entwurf von Lena Tamsma (KGS Moringen) Entwurf sind jetzt an vielerorts zu bewundern.

• Nächste Termine: 29. November, 3. und 13. Dezember. Karten-Tel.: 0551/495015; www.junges-theater.de

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