Ex-Superintendent zu Besuch

Regionalbischof Friedrich Selter: Klimaschutz kommt in Kirchengemeinden an

Regionalbischof Friedrich Selter (links), der zuvor Superintendent in der Uni-Stadt war, sprach auf Einladung von Prof. Dr. Rainer-W. Hoffmann vom Klimaschutz Göttingen im Alten Rathaus.
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Regionalbischof Friedrich Selter (links), der zuvor Superintendent in der Uni-Stadt war, sprach auf Einladung von Prof. Dr. Rainer-W. Hoffmann vom Klimaschutz Göttingen im Alten Rathaus.

Zum Auftakt einer Veranstaltungsreihe zum Thema Kirche und Klima war jetzt der frühere Göttinger Superintendent Friedrich Selter im Alten Rathaus in der Uni-Stadt zu Gast.

Göttingen – Der neue Regionalbischof von Osnabrück schlug in der Veranstaltung des Vereins Klimaschutz Göttingen einen großen Bogen von den biblischen Grundlagen über die Anfänge der Umweltschutzbewegung mit dem Schock des Club of Rome-Berichts 1972 bis zur EKD-Denkschrift „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“ von 2018.

Selter zitierte aus verschiedenen Entschließungen, die durch klare Positionen auffallen und zu einschneidenden Handlungen auffordern. So werde immer wieder die Änderung wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen zur Förderung nachhaltiger Strukturen gefordert ebenso wie die Änderung des eigenen Lebensstils. Letzteres ziele sowohl auf die Individuen als auch auf die Kirche als Institution.

Die evangelische Landeskirche hat aus Sicht von Selter in den zurückliegenden Jahren viel geleistet. Dies unterlegte der Regionalbischof mit eindrucksvollen Fotos. Außerdem berichtete er, dass entsprechende Maßnahmen in den Kirchengemeinden finanziell gefördert werden. Das war für viele Zuhörer ein neuer Aspekt.

Von Zuhörern wurde eine deutlichere Positionierung der Kirche in strittigen Fragen gefordert, etwa zur Errichtung neuer Windkraftwerke oder der Nutzung guter Ackerböden für Solaranlagen. Es gab auch tief resignierte Stimmen zur Klimakrise: Rettung sei nicht mehr in Sicht, und die Kirche könne eigentlich nur noch Trost spenden. Hierzu betonte Selter: „Ich bin nicht der Mensch, der die Hände in den Schoß legt. Solange ich etwas tun kann, werde ich es tun, und wenn ich einen Apfelbaum pflanze.“

Die Veranstaltungsreihe geht weiter. Am 8. November wird mit Manfred Folkers ein Mitglied der Deutschen Buddhistischen Union in Göttingen erwartet. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

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